schieb.de > Blog > Aktuelles > Ein Leben in der Datenwolke

Ein Leben in der Datenwolke

Alle reden gerade davon – zumindest die großen Computer- und Internetfirmen. Sie machen jede Menge Werbung für die Cloud. Erklären uns, wie praktisch sie ist, wie nützlich, wie sicher. Welche Vorteile die Datenwolke uns bringt.

Klar, stimmt schon: Fotos, Videos, Termine, Dokumente – können wir heute alles online speichern, in der Cloud – und dann von überall darauf zugreifen, mit jedem Gerät, egal ob mit dem PC zu Hause, mit dem Notebook unterwegs, mit Tablet oder Smartphone. Einzige Bedingung: eine Internetverbindung.

Ganz ehrlich: Das kann wirklich praktisch sein. Ich bin ein bekennender Fan der Cloud, speichere schon lange nicht nur Fotos und Musik, sondern sogar Dokumente in der Wolke. Ich nutze die Cloud wie eine Festplatte – und greife mit all meinen Rechnern darauf zu. USB-Sticks zum hin und her Kopieren brauche ich nicht.

Und genau das können viele so gar nicht verstehen. Sie schütteln beim Stichwort “Cloud” reflexartig mit dem Kopf und schimpfen: “Die wollen doch nur unsere Daten, wollen uns ausspionieren, uns durchleuchten.” Die. Damit sind natürlich die Internetfirmen gemeint. Oder der Staat. Überhaupt alle.

Ein bisschen Verschwörungstheorie ist das alles schon – aber leider auch ein bisschen wahr. Natürlich: Wer kostenlos Speicherplatz zur Verfügung stellt, der verspricht sich etwas davon. Doch es geht weniger darum, die konkreten Inhalte von Fotos, Videos oder Dokumenten zu durchleuchten, es geht vielmehr darum, dass wir bestimmte Produkte benutzen, regelmäßig bestimmte Onlinedienste besuchen, dem Anbieter Aufmerksamkeit schenken und der uns – ja, klar – auch Werbung präsentieren kann.

Die Cloud-Dienste von Apple, Microsoft und Google können sich durchaus sehen lassen und erweisen sich im Alltag als praktisch und nützlich. Ich mache ein Foto mit dem Smartphone, und wenige Sekunden später ist es auch auf meinem Tablet, auf meinem Notebook und auf meinem PC zu sehen. Like magic – wie von Zauberhand. Wenn ich ein eBook kaufe, kann ich es auf allen Geräten lesen.

Eine einmal gekaufte App steht überall zur Verfügung. Da kann man doch wirklich nicht meckern.
Ganz ehrlich: Was soll schon jemand mit meinen privaten Urlaubsfotos, meiner Musikbibliothek oder von mir aus sogar mit meinen privaten Terminen anfangen? Der Erkenntnisgewinn hält sich in Grenzen, meine Sorge vor Missbrauch ebenso. Ich genieße lieber die Vorteile, die es mit sich bringt, all diese Daten nicht mehr x-fach hin und her kopieren zu müssen.

Eine ganz andere Frage ist allerdings, und das gebe ich zu, wenn man Dokumente in der Cloud speichert. Texte zum Beispiel oder Tabellen oder Firmen-Präsentationen. Dokumente also, die persönliche, sensible oder vertrauliche Daten enthalten. Die online zu speichern erfordert schon eine gewisse Überwindung und auch eine ordentliche Portion Vertrauen in den jeweiligen Onlinedienst. Man weiß nie: Können die Mitarbeiter des Onlinedienstes reinschauen? Sind die Daten ausreichend vor Hackangriffen geschützt? Fragen über Fragen…

Aber auch dem Problem kann man begegnen. Es ist nämlich möglich, seine Dokumente verschlüsselt zu speichern, zum Beispiel beim Online-Speicherdienst Dropbox. Dafür braucht es zwar eine kleine Erweiterung namens BoxCryptor, aber einmal installiert, merkt man gar nicht, dass im Hintergrund die Daten ver- und entschlüsselt werden. Was man speichert, landet mit 256 Bit aufwändig chiffriert auf den Servern. Unknackbar. Niemand kann die Daten entwenden, einsehen oder manipulieren.

Es geht also: Man kann die Cloud benutzen und trotzdem auf der sicheren Seite sein. Und von den Vorteilen profitieren. Klar: Man sollte das nur machen, wenn man sich gut dabei fühlt. Sonst lieber lassen.

Ein Wort noch zum Thema Sicherheit: Viele User gehen von einem Trugschluss aus. Sie glauben nämlich, dass auf der eigenen Festplatte gespeicherte Daten besser geschützt sind als in der Cloud. Das ist mitnichten so. Schließlich gibt es Tausende von Trojanern und Würmern, die kein anderes Ziel haben, als die auf der Festplatte gespeicherten Daten zu entwenden. So gesehen ist ein Onlinespeicher auch nicht unsicherer, erst recht nicht, wenn man seine Dokumente verschlüsselt.

  • Facebook
  • Twitter
  • E-Mail
  • Tumblr
  • LinkedIn
  • StumbleUpon
  • XING

Jetzt Newsletter abonnieren

* Nichts mehr von schieb.de verpassen
* Exklusive Extras wie Audios, Videos und eBooks
* Kostenloses eBook "PC Tuning" direkt zum Download
* und viele andere Vorteile...


Ja, ich will den Newsletter haben...


2 Kommentare to “Ein Leben in der Datenwolke”

  1. Wolke X meint:

    Für die DropBox-Wolke 7 mag der BoxCryptor ja noch reichen, aber ich hab ihn wieder abgeschafft zu gunsten von TrueCrypt, das mir nicht nur meine DropBox, sondern auch jeden USB-Stick und sogar meine Systemfestplatte verschlüsseln kann, ganz wie ich will.
    Ich denke nicht, dass ich damit so sehr ketze, denn eine Familienähnlichkeit besteht für mich eindeutig…
    Gruß von Wolke X

  2. Marc meint:

    Hi,

    ein schöner Bericht.
    Ich würde jedoch noch hinzufügen dass Cloud nicht gleich nur ein “Netzlaufwerk im Rechenzentrum” + “App aufm iPhone/iPad” ist.

    Ich finde aktuell die SaaS-Modelle am interessantesten. Mit Office 365 z.B. kann man sich einen eigenen Exchange-Server, Sharepoint-Server etc. sparen. Eben Dinge, die sonst richtig teuer sind und man vielleicht trotzdem für schmales Geld haben möchte.

    Sicher sind Dropbox, Google Docs, Microsoft SkyDrive, Starto HiDrive, Evernote usw. der “Einstieg” für die meisten in die Cloud, aber da ist noch viel mehr drin.

    Gruß
    Marc

Kommentieren