Ihr wollt euren alten PC verkaufen, aber die Windows-Lizenz auf einem neuen Rechner weiternutzen? Das ist in Deutschland völlig legal, da OEM-Lizenzen nicht zwingend mit der Hardware verkauft werden müssen. Wichtig ist jedoch, dass ihr die Windows-Lizenz vor dem Verkauf ordnungsgemäß vom alten System entfernt. Wir zeigen euch, wie das funktioniert und was es bei Windows 10, 11 und Microsoft-Konten zu beachten gibt.
Windows-Lizenz entfernen: Schritt für Schritt
Zunächst müsst ihr die aktuelle Lizenzinformation ermitteln. Drückt dazu die Tastenkombination [Windows] + [R], gebt „cmd“ ein und bestätigt mit [Strg] + [Shift] + [Eingabe], um die Eingabeaufforderung als Administrator zu öffnen. Alternativ sucht ihr im Startmenü nach „Eingabeaufforderung“, macht einen Rechtsklick und wählt „Als Administrator ausführen“.
Gebt nun den Befehl slmgr /dlv ein (mit Leerzeichen zwischen slmgr und /dlv) und drückt die [Eingabetaste]. Nach wenigen Sekunden öffnet sich ein Fenster mit den Lizenzinformationen. Notiert euch die „Aktivierungs-ID“ – diese benötigt ihr für den nächsten Schritt.
Um die Lizenz vom System zu entfernen, verwendet ihr:
slmgr /upk IHREAKTIVIERUNGSID
Ersetzt dabei „IHREAKTIVIERUNGSID“ durch die zuvor notierte ID. Das System bestätigt euch die erfolgreiche Entfernung der Lizenz.
Besonderheiten bei Windows 10 und 11
Bei Windows 10 und 11 sind die meisten Lizenzen digital mit eurem Microsoft-Konto verknüpft. Das macht die Sache einerseits einfacher, andererseits komplizierter. Prüft zunächst unter „Einstellungen > Update und Sicherheit > Aktivierung“ (Windows 10) oder „Einstellungen > System > Aktivierung“ (Windows 11), ob eure Lizenz mit einem Microsoft-Konto verknüpft ist.
Ist das der Fall, entfernt das Gerät aus eurem Microsoft-Konto. Meldet euch dazu bei account.microsoft.com an, geht zu „Geräte“ und entfernt den entsprechenden PC aus der Liste. Das ist wichtig, da Microsoft die Anzahl der mit einem Konto verknüpften Geräte überwacht.
Digital entitlement vs. Product Key
Windows 10 und 11 unterscheiden zwischen „Digital entitlement“ (digitaler Berechtigung) und klassischen Product Keys. Bei einer digitalen Berechtigung ist die Lizenz an die Hardware-Signatur gebunden. Hier funktioniert der klassische slmgr-Befehl nur bedingt.
Für digital berechtigte Systeme verwendet ihr zusätzlich:
slmgr /ckms (löscht KMS-Informationen)
slmgr /rearm (setzt Aktivierungszähler zurück)
Danach solltet ihr das System neu starten.
Lizenz auf neuem System aktivieren
Auf eurem neuen PC installiert ihr die Lizenz mit:
slmgr /ipk ABCDE-12345-FGHJK-67890-LMNPQ
Ersetzt dabei den Beispielschlüssel durch euren echten Product Key. Bei digital mit Microsoft-Konto verknüpften Lizenzen meldet ihr euch einfach mit demselben Microsoft-Konto an – Windows erkennt die Berechtigung automatisch.
Falls Probleme auftreten, nutzt den Aktivierungs-Troubleshooter unter „Einstellungen > Aktivierung > Problembehandlung“.
Was ist rechtlich zu beachten?
In Deutschland gilt: Retail- und OEM-Lizenzen dürft ihr auf neue Hardware übertragen, solange sie nur auf einem System gleichzeitig aktiv sind. Volume-Lizenzen haben andere Regelungen. Bei Upgrade-Lizenzen (z.B. Windows 7 zu 10) müsst ihr auch die ursprüngliche Lizenz übertragen.
Wichtig: Die Lizenz darf nur auf einem Gerät aktiv sein. Verkauft ihr den PC ohne Lizenz, weist den Käufer darauf hin, dass er eine eigene Windows-Lizenz benötigt.
Alternative Methoden und Tools
Neben den slmgr-Befehlen gibt es Tools wie „ShowKeyPlus“ oder „ProduKey“ von NirSoft, die euch dabei helfen, Produktschlüssel auszulesen und Lizenzinformationen zu verwalten. Diese sind besonders bei OEM-Schlüsseln hilfreich, die im BIOS/UEFI gespeichert sind.
Für Unternehmen bietet Microsoft das „Volume Activation Management Tool“ (VAMT), das die Verwaltung multipler Lizenzen vereinfacht.
Vorbereitung für den Verkauf
Nach der Lizenzentfernung solltet ihr das System komplett zurücksetzen. Unter Windows 10/11 geht das über „Einstellungen > Update und Sicherheit > Wiederherstellung > Diesen PC zurücksetzen“. Wählt „Alles entfernen“ und „Dateien entfernen und Laufwerk bereinigen“ für maximale Sicherheit.
So stellt ihr sicher, dass eure persönlichen Daten vollständig gelöscht sind und der neue Besitzer ein sauberes System erhält – allerdings ohne eure kostbare Windows-Lizenz, die ihr legal weiternutzen könnt.
Zuletzt aktualisiert am 24.04.2026