OneDrive-Gratis-Speicher: Warum 100 GB kostenlos Geschichte sind

von | 19.02.2015 | Tipps

Microsoft-Aktionen für zusätzlichen OneDrive-Speicher sind längst Geschichte. Die Zeiten, in denen ihr durch das Verbinden von Dropbox-Konten oder andere Tricks kostenlos 100 GB OneDrive-Speicher abstauben konntet, sind seit Jahren vorbei. Microsoft hat alle diese Bonus-Programme bereits 2016 eingestellt.

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Stattdessen setzt Microsoft heute auf klare Abo-Modelle. Mit einem kostenlosen Microsoft-Konto bekommt ihr 5 GB OneDrive-Speicher – das war’s. Wer mehr braucht, muss zu Microsoft 365 greifen oder OneDrive-Speicher separat buchen.

Aktuelle OneDrive-Speicheroptionen 2026

Die Preisstruktur hat sich in den letzten Jahren stabilisiert. Für 100 GB zahlt ihr monatlich 2 Euro. Das Microsoft 365 Personal-Abo (rund 7 Euro/Monat) bringt euch 1 TB OneDrive-Speicher plus die komplette Office-Suite. Family-Varianten bieten bis zu 6 TB für die ganze Familie.

Interessant: Microsoft hat 2024 begonnen, OneDrive stärker mit KI-Features zu verzahnen. Die Copilot-Integration durchsucht eure Dateien intelligent, erstellt Zusammenfassungen von Dokumenten und kann sogar PowerPoint-Präsentationen aus euren gespeicherten Inhalten generieren. Diese Features funktionieren aber nur mit kostenpflichtigen Abos.

Echte Alternativen für kostenlosen Cloud-Speicher

Wenn ihr trotzdem kostenlosen Speicherplatz abstauben wollt, gibt es bessere Strategien:

Google Drive spendiert euch 15 GB gratis – allerdings geteilt zwischen Drive, Gmail und Google Photos. Durch Aktionen wie das Hochladen von Fotos in komprimierter Qualität könnt ihr den Speicher länger nutzen.

Dropbox bleibt bei mageren 2 GB kostenlos, lässt sich aber durch Freunde werben auf bis zu 16 GB aufstocken. Das Referral-System funktioniert noch immer.

iCloud gibt Apple-Nutzern 5 GB kostenlos. Familienfreigabe kann hier clever genutzt werden, um Speicher zu teilen.

Mega ist der Speicher-König unter den Gratis-Diensten: 20 GB ohne Bedingungen, mit starker Verschlüsselung. Der neuseeländische Anbieter hat sich als seriöse Dropbox-Alternative etabliert.

pCloud und Sync.com bieten beide 10 GB kostenlos mit Focus auf Datenschutz.

Die Multi-Cloud-Strategie

Statt nach dem einen perfekten Gratis-Speicher zu suchen, nutzen viele Power-User eine Kombination. Tools wie MultCloud oder rclone synchronisieren verschiedene Cloud-Dienste miteinander. So kombiniert ihr Google Drive, Dropbox, OneDrive und andere zu einem virtuellen Mega-Speicher.

Die Software Insync macht aus Google Drive einen vollwertigen OneDrive-Ersatz mit lokaler Synchronisation. Dropbox Plus alternative Tresorit punktet mit Zero-Knowledge-Verschlüsselung.

OneDrive-Tricks, die noch funktionieren

Komplette OneDrive-Erweiterungen gibt’s nicht mehr umsonst, aber ein paar Kniffe funktionieren noch:

  • Familienfreigabe: Ein Microsoft 365 Family-Abo teilt 1 TB pro Person auf bis zu 6 Konten auf
  • Bildkomprimierung: OneDrive kann Fotos automatisch komprimieren und spart so Speicherplatz
  • Dateiversionierung: Nutzt die Versionsverwaltung clever, um alte Dateiversionen zu löschen
  • Office Online: Dateien, die ihr direkt in OneDrive mit Office Online bearbeitet, werden effizienter gespeichert

Microsoft 365 vs. reine Speicher-Abos

Die Rechnung ist einfach: Microsoft 365 Personal kostet etwa 84 Euro jährlich und bringt euch 1 TB OneDrive plus Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Teams. Separater OneDrive-Speicher (1 TB) kostet allein schon rund 60 Euro im Jahr. Wer Office nutzt, fährt mit dem Komplettpaket definitiv besser.

Datenschutz und Sicherheit

Microsoft hat OneDrive in Sachen Security deutlich aufgerüstet. Zwei-Faktor-Authentifizierung ist Standard, Ransomware-Erkennung schützt vor Verschlüsselungsattacken. Die „Personal Vault“-Funktion verschlüsselt besonders sensible Dateien zusätzlich.

Europäische Nutzer profitieren von DSGVO-Compliance, aber eure Daten liegen trotzdem auf US-Servern. Wer maximalen Datenschutz will, sollte zu europäischen Anbietern wie Tresorit oder SecSafe greifen.

Fazit: Realistische Erwartungen

Die goldenen Zeiten unbegrenzten Gratis-Speichers sind vorbei. Cloud-Anbieter haben gelernt, dass kostenlose Terabytes ihr Geschäftsmodell zerstören. Für die meisten Nutzer reichen 15 GB Google Drive oder eine Kombination verschiedener Gratis-Dienste völlig aus.

Wer ernsthaft Cloud-Speicher nutzen will, kommt um ein kostenpflichtiges Abo nicht herum. Microsoft 365 bietet dabei das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn ihr auch Office braucht.

Zuletzt aktualisiert am 16.04.2026