Genau wie das menschliche Auge kann auch die Kameralinse immer nur einen bestimmten Bereich des Motiv in voller Schärfe erfassen: Entweder einen Bereich im Vordergrund oder entsprechend den Hintergrund. Kameras mit Autofokus stellen sich immer auf einen oder mehrere Punkte im Bild ein; auf diese wird „fokussiert“, wie es in der Bildsprache heißt. Die meisten Kameras zeigen im Sucher den Bereich an, auf den Sie fokussieren; häufig ist es ein runder oder eckiger Kasten, direkt in der Mitte des Suchers. Wenn Sie den Auslöser nur leicht drücken, stellt die Kamera auf eben jenen Punkt scharf. Nicht immer findet der Autofokus dabei die beste Lösung.

Klassisches Beispiel: Sie fotografieren zwei Menschen, die etwas weiter auseinander stehen, einer steht links, einer rechts – in der Mitte kann man bis zum Horizont blicken. Die klassische Autofokus –Technik stellt nun in der Mitte scharf – auf den Hintergrund. Das Ergebnis: Sie haben ein Bild mit zwei nur unscharf zu erkennenden Menschen, dafür aber einen gestochen scharfen Hintergrund.

Weil die Kamerahersteller um diese Schwäche ihrer Technik wissen, bieten die meisten Geräte Abhilfe: Nehmen Sie eine der beiden Personen durch den Sucher genau mittig ins Visier und drücken Sie den Auslöseknopf nur leicht. Die Kamera stellt jetzt auf diese Person scharf. Halten Sie den Auslösknopf weiter leicht gedrückt, wählen Sie ihr endgültiges Motiv (eine Person links, eine rechts) und drücken Sie den Auslöseknopf. Der Trick: Solange sie nach dem scharf stellen den Auslöseknopf nicht wieder komplett loslassen, speichert die Kamera die einmal gemachte Autofokuseinstellung; sie können so auch auf Objekte außerhalb des Autofokus-Messfeldes scharf stellen.