Vielen steckt der Schreck noch in den Knochen, war doch vor kurzem die Meldung zu lesen: „Erster Handywurm macht die Runde“ Was dieser virtuelle Schädling mit Namen Cabir wohl alles anstellen kann? Das Adressbuch löschen? Ungeniert teure Rufnummern anwählen? Schmuddelige SMS-Nachrichten verschicken? Unhöflich das Handy piepsen lassen, während man in der Straßenbahn steht?

Keine Sorge, nichts von alledem. Denn der erste „Handywurm“ ist im strengen Sinne gar kein Wurm, sondern lediglich ein Testballon. „Proof of Concept“, wie die Experten dazu sagen. Da will jemand herausfinden, ob das Konzept funktioniert. Ob sich so ein Wurm programmieren lässt – und auch funktioniert. Aber der in den Meldungen erwähnte Wurm wurde gar nicht wirklich in Umlauf gebracht. Er wird lediglich Spezialisten in Firmen wie Symantec oder Kaspersky vorgelegt. Irgendjemand hat ihn entwickelt – und wollte sehen, was die Fachleute davon halten.

Zunächst: Der gemeldete Wurm befällt ausschließlich Handymodelle von Hersteller Nokia, und hier nur die Baureihe „60“. Allen anderen Handys kann der Wurm nichts anhaben. Außerdem richtet er keinerlei Schaden an, sondern versucht lediglich, sich per Bluetooth an andere Nokia-60-Handys in der näheren Umgebung zu übertragen. Die Chancen, dass es in 10 Metern Umkreis ein anderes passendes Handy gibt, das auch noch Bluetooth-Empfang aktiviert hat – und bei dem der Benutzer die unbekannte Nachricht bestätigt, die geht gegen Null.

Zwar sind Viren und Würmer vorstellbar, die auch Handys manipulieren. Vor allem moderne Handys, die auch Handyspiele ermöglichen (Java) oder anderen Komfort bieten (SmartPhones). Allerdings gibt viele unterschiedliche Hersteller, Modelle und Betriebssysteme. Dass ein Handywurm es schafft, eine nennenswerte Zahl von Geräten zu „infizieren“, ist nach derzeitigem Stand der Technik extrem unwahrscheinlich. Vorsichtig sollte man also sein – aber sich auch keine Angst einjagen lassen.