Wenn der Browser doch nur ein bisschen schlauer wäre – dann könnte er mit ganz normalen Fragen wie „Wo ist denn heute Abend was los?“ etwas anfangen. So wie ein guter Freund. Wäre doch toll, wenn gleich danach die Antwort über den Bildschirm flimmert. Doch noch sind Computer nicht klug genug. Schade. Deshalb müssen wir uns ein paar Spielregeln einprägen.

Ja wo ist sie denn, die Webseite mit den tollen Infos? Meistens ist sie irgendwo ganz tief im Internet vergraben. Um hinzukommen, müssen Neugierige erst die richtige Internetadresse eintippen, dann den richtigen Knopf drücken – schon blinken die bunten Lämpchen im Modem so wie eine Lichtorgel. Im Web zu surfen ist wirklich keine Hexerei.

Adresse kennen

Wer Freunde anrufen will, greift zum Telefonhörer und wählt ihre Telefonnummer. Die der besten Freunde hat man im Kopf, alle anderen irgendwo aufgeschrieben. Bei Webseiten ist das so ähnlich. Auch die lassen sich anrufen. Oder besser: abrufen. Das Problem dabei: Es gibt mittlerweile mehrere Milliarden Webseiten. Ziemlich viele also. Das würde ganz schön lange Telefonnummern ergeben. Mit jeder Menge potenzieller Zahlendreher. Deshalb haben sich die Erfinder des World Wide Web etwas anderes ausgedacht: Webadressen.

Jede Webseite hat so eine Adresse mit Hausnummer im Globalen Dorf. Da kann es keine Missverständnisse geben, denn Webadressen sind ganz akkurat. Im normalen Leben würde man vielleicht sagen: „Hör mal, ich wohne auf der Hermannstraße in Köln. Was? Ach so: Hausnummer 151“. Browser wären dadurch nur verwirrt. Im Internet hört sich das deshalb ganz anders an, fast wie beim Bund: „Hier meine Adresse: Deutschland. Köln. Hermannstraße. 151. Dritter Stock. Zweite Tür links.“ Dann weiß der Browser Bescheid.

Natürlich gibt es bei Webadressen keine Städtenamen und Straßen, aber das Prinzip ist dasselbe. Manche Webadressen sind ganz kurz und wirklich leicht zu merken. Zum Beispiel http://www.web.de. Andere Webadressen sind lang und kompliziert. Was dieses Ungetüm beweist:

de.dir.yahoo.com/Computer_und_Internet/Internet/World_Wide_Web/Eintragungsdienste/

Solche Adresswürmer kann sich natürlich niemand einprägen. Ist aber auch nicht nötig. Denn meistens funktioniert das beim Surfen so: Man ruft die Startseite (Homepage) auf, bekommt ein Menü präsentiert und klickt sich dann peu à peu durchs Angebot. Ein Klick auf die entsprechenden Links – schon wird die laaaaange Adresse automatisch an den Browser übertragen. Der macht dann schon den Rest. Keine lästige Tipparbeit also.

Adresse schreiben

Wer Briefe schreibt, sollte die Rechtschreibung beachten. Und wer Webadressen eintippt, muss die Schreibregeln für Webadressen kennen. Denn Browser sind ganz schön kleinlich. Ist was falsch geschrieben, jammern die gleich: „Kenn´ ich nicht“. Deshalb Webadressen am besten mit den berühmten drei „W“ beginnen. Das ist fast immer richtig. Nur ganz wenige Angebote fangen anders an. Danach machen Datensurfer erst mal einen Punkt.

Nach dem We-We-We-Punkt kommt der wichtigste Teil der Adresse: der Name des Internetanbieters. Zum Beispiel „web“, „yahoo“ oder „spiegel“. Groß- und Kleinschreibung? An dieser Stelle egal. Hauptsache bequem. Und wieder kommt ein Punkt. Schon der zweite. Was nicht heißt, dass jetzt Schluss ist. Im Gegenteil. Was noch fehlt, ist der fulminante Schluss. Die sogenannte Endung, die dem Browser sagt, wo er die Adresse findet. Das macht für ihn die Suche einfacher.

Deutschsprachige Angebote enden meistens mit „.de“, was für Deutschland steht. Die meisten amerikanische Webseiten werden mit „.com“ beendet. Das steht nicht für USA, sondern für „kommerziell“. Es gibt auch „.org“ für Organisationen, „.gov“ für die Regierung (Government) und „.net“ für Netzanbieter. Demnächst soll es noch andere internationale Endungen wie „.shop“ für Cybershops, „.firm“ für Firmen oder „.info“ für Informationsanbieter geben.

Damit ist die Webadresse vollständig. Faustregel: Eine Adresse, zwei Punkte, drei Teile. So wie in http://www.ichmerkmirdas.de. Ach ja: Am Ende der Adresse kommt kein Punkt. Niemals. Das würde den Browser nämlich verwirren.

Adresse eingeben

So, jetzt wo klar ist, wie Webadressen in der Regel aussehen, muss der Browser nur noch erfahren, wohin die Cyberreise gehen soll. Danach steuert er das Ziel ganz bestimmt brav an. Also: Ärmel hochkrempeln und die Adresse eingeben. So geht´s.

1 Den Browser starten, falls noch nicht geschehen. Mit der Maus einmal in das Eingabefeld neben der Beschriftung „Adresse“ klicken. Danach entweder die bereits vorhandene Adresse korrigieren – oder eine ganz neue Adresse eingeben. Das geht genauso wie in allen anderen Programmen auch, zum Beispiel in der Textverarbeitung. Mit der Maus lassen sich bei Bedarf auch Teile der Adresse markieren.

2 Wenn die Adresse korrekt eingetippt wurde, wahlweise die Taste [Enter] drücken oder mit der Maus auf „Wechseln zu“ klicken. Schon beginnt der Browser damit, die Webseite zu laden und zeigt sie anschließend auch an.

Wenn der Browser die gewünschte Webseite gefunden hat, lädt er alle Bestandteile wie Texte, Bilder, Farben, Logos in den Speicher. Anschließend wird die Seite zusammengebaut und auf dem Bildschirm präsentiert. Das dauert meist nur wenige Augenblicke.

Gute Nachrichten: Extrakosten für das Abrufen einer Web-Seite fallen keine an. Selbst wenn die Webseite auf einem Computer in Australien gespeichert sein sollte. Beim Surfen im Web gibt es keine „Ferngespräche“. Grund: Fast alle Internet Provider berechnen die Internetnutzung nach einem Zeittakt. Bezahlt wird die Onlinezeit, unabhängig von der Menge der abgerufenen oder verschickten Informationen. Eine deutsche Webseite ist in der Regel übrigens genauso schnell geladen wie eine aus Amerika, Japan oder Neuseeland.

Und dann blättern wir zurück …

Damit wir nicht immer lange Webadressen eintippen müssen, hat der Browser noch ein paar Extratasten. Da wäre zum Beispiel die Gehe-einen-Schritt-zurück-Taste. Das ist der Button mit dem Pfeil nach links und der Beschriftung „Zurück“. Wer darauf klickt, sieht die vorher angezeigte Webseite. Nochmal drauf klicken, und die vor der vorher gezeigten Seite ist zu sehen. Noch mal drauf geklickt… ach, das kann man sich ja denken. Mit „Zurück“ geht´s jeweils einen Schritt zurück. Und wer auf den kleinen Pfeil rechts neben „Zurück“ klickt, sieht sogar die Webadressen. Übrigens: Wenn „Zurück“ in grau gezeigt wird und sich partout nicht anklicken lässt, gibt´s im Augenblick kein Zurück.

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… und vor

Doch der Browser kann nicht nur zurück schauen, sondern auch nach vorne. Wer einmal mit der Maus auf „Zurück“ gedrückt hat, dann aber doch lieber wieder nach Vorne möchte, klickt mit der Maus einfach auf den Button „Vorwärts“. Das geht auch mehrmals – aber nur, wenn man vorher ein paar Mal zurück gegangen ist. Eigentlich werden die beiden Tasten „Vorwärts“ und „Zurück“ also so ähnlich bedient wie bei einem Kassettenrekorder oder CD-Player. Einfach mal ausprobieren!