Was nichts kostet ist nichts wert? Diese Volksweisheit ist nur bedingt richtig – erst recht im Internetzeitalter. Das Web ist jedenfalls voll von kostenlosen Angeboten. Auch viele Programme gibt es hier gratis. Selbst komplette Betriebssysteme wie Linux oder vollwertige Büroprogramme wie OpenOffice sind für jeden zum Nulltarif zu haben.

Fachleute wissen: OpenOffice verdankt seinen Namen der Tatsache, dass die Software „OpenSource“ ist. Was wiederum bedeutet: Anders als bei Kaufprogrammen ist der Quellcode, das eigentliche Computerprogramm, für jeden frei zugänglich. Wer sich dafür interessiert und es sich zutraut den Quellcode zu lesen, der kann das jederzeit tun. Der Quellcode ist frei zugänglich – und kann frei verteilt werden.

Bei Kaufprogrammen ist das anders. Kein normaler Kunde wird sich jemals den Quellcode von Windows oder Microsoft Word anschauen können. Wie OpenOffice oder Firefox aussieht, kann sich hingegen jeder anschauen. Anhänger der OpenSource-Gemeinde sind der Überzeugung, dass das der Sicherheit dient: Weil Tausende von Menschen den Quellcode unter die Lupe nehmen können, lassen sich potenzielle Fehler schneller entdecken. Umgekehrt gilt aber auch, dass Sicherheitslecks leichter entdeckt – und ausgenutzt! – werden können.

Das erstes OpenSource-Projekt wurde durch Netscape auf den Weg gebracht: Als die Marktanteile des einstigen Marktführers immer weiter bröckelten, weil Microsoft mit seinem Internet Explorer erfolgreich war, entschieden sich die Macher 1998, den Quellcode des immer schon kostenlos erhältlichen Browsers völlig freizugeben. Daraus ist das Mozilla-Projekt entstanden. Tausende von Entwicklern in aller Welt tüfteln an den Nachfolgern von Netscape. Mozilla und Firefox sind die prominentesten Nachfolger.