Beim Speichern einer Aufnahme greift die Digitalkamera zu Tricks. Anders ließe sich die große Datenmenge kaum bändigen. Je nach Zahl der maximal darstellbaren Farben muss eine Kamera mit vier Megapixel beispielsweise bis zu 16 Megabyte an Daten pro Bild verarbeiten – da wäre auch die größte Speicherkarte im Handumdrehen voll. Die Lösung heißt: Datenkompression: Mit Hilfe ausgefeilter Methoden lassen sich große Dateien so auf eine verträglich Größe schrumpfen.

Das Grundprinzip: Sich wiederholende Bereiche eines Bildes werden zusammengefasst. Bei einer normalen Landschaftsaufnahme beispielsweise besteht der obere Teil mit dem Himmel vor allem aus der einen Farbe Blau. Es wird nun nicht jeder einzelne Bildpunkt gespeichert, sondern quasi festgelegt: Jetzt kommen 100 blaue Punkte, danach 50 weiße und dann wieder 600 blaue. So schrumpfen zahllose Bildpunkte auf ein Minimum zusammen.

Für komprimierte Bilder gibt es eine Norm, die auch von den meisten Kameras benutzt wird: das Dateiformat JPG. Diese Abkürzung steht für „Joint Pictures Expert Group“ (eigentlich heißt das Format deshalb JPEG, aber Windows-PCs benutzen gerade nur drei Buchstaben, um den Dateityp zu kennzeichnen). Dahinter steckt eine Gruppe von Wissenschaftlern und Industrievertreten, die das Format festgelegt und zum Standard erklärt haben. JPG bringt sehr gute Komprimierungsleistungen (von einem 2,4 Megabyte-Bild bleiben rund 60 Kilobyte übrig) und das bei sehr guter Qualität und einer Reihe von Variationsmöglichkeiten. So ist mit JPG auch eine Einstellung der Qualitätsstufe möglich.

Wie stark soll die Komprimierung sein?

Bei den meisten Kameras lässt sich einstellen, wie stark sie das Bild komprimieren sollen. Je stärker die Kompression, desto kleiner werden die Bilddateien, desto stärker machen sich aber auch Bildfehler bemerkbar. Diese so genannten Artefakte sind Strukturen, die im Original nicht vorhanden sind, sondern erst beim komprimieren des Bildes entstehen. Gerade bei einer Ausschnittsvergrößerung können sie sich recht störend bemerkbar machen; sie sollten daher möglichst eine mittlere Komprimierungsstufe einstellen.