Einen Computer will heute eigentlich fast jeder haben. Doch nicht jeder versteht sich als „Power-User“. Nicht jeder will alle möglichen Programme benutzen: Viele wollen einfach nur Briefe schreiben, E-Mails austauschen, Webseiten ansteuern und die Adressdaten organisieren. Fertig. Mit einem normalen Computer ist das mitunter etwas mühselig. Viele, vor allem ältere Menschen schrecken davor zurück, weil alles so kompliziert erscheint.

Jetzt hat die Industrie einen Computer gebaut, den SimpLiCo, der speziell für Menschen ab 50 gedacht ist, für Menschen, die vielleicht ein bisschen Scheu vor Computern haben. Prospekt und Webseite des Herstellers machen klar, für wen der neue Simplico-Computer gedacht ist: Für die Generation so ab 50. Aber nicht nur: Das Gerät will auch ein Familien-PC sein, ein Rechner für die ganze Familie. Also: Einschalten. Und los geht’s. Auf dem Bildschirm erscheint nicht das übliche Windows-Logos, sondern ein übersichtliches Menü in bunten Farben. Alles wirkt sehr aufgeräumt – und das ist durchaus viel versprechend.

Einfache Benutzeroberfläche

Der Simplico isi ein PC, bei dem man nichts falsch machen kann, der einfach zu bedienen ist und garantiert nicht abstürzt. Also die Idee gefällt mir grundsätzlich gut. Das könnte dann sogar Technikmuffel überzeugen, doch mal ins Internet zu gehen. Doch so einen PC zu entwickeln ist keine einfache Aufgabe.

Der Hersteller Fujitsu-Siemens hat die Herausforderung angenommen und einen Computer gebaut, mit dem man nur ganz bestimmte Dinge erledigen kann. Das aber bequem und einfach. Ein PC ohne jeden Schnickschnack, ohne Schnörkel. Und darum mit deutlich weniger Stolperfallen als sonst. Kern des Konzepts ist die andere Art der Bedienung. Eine vereinfachte Benutzeroberfläche, mit der jeder klarkommen soll.

Alle wichtigen Programme vorhanden

Das Hauptmenü des SimpLiCo. Vier Farben, vier Einsatzgebiete. Blau: Büro und Organisation. Rot: Internet und E-Mail. Grün: Freizeit und Hobby. Gelb: Spaß und Spiele. Das kann man verstehen. Große Symbole und ebenso große Schriften sind auch für ältere Menschen gut geeignet. Das gilt auch für die Tastatur: Deutlich größere Buchstaben als sonst. Ohne Firlefanz. Wichtige Menüs und Funktionen lassen sich gleich über die Tastatur erreichen. Es sind eigentlich alle wichtigen Programme vorhanden.

Eine Textverarbeitung zum Schreiben von Texten zum Beispiel. Ein Malprogramm. Foto-Software. Eine Adressenverwaltung. Sowie einige, wenn auch sehr, sehr simple Spiele. Ins Internet gehen können Simplico-Benutzer natürlich auch: Web-Browser und E-Mail-Software sind eingebaut. Auch hier: Alles in größerer Schrift als sonst, damit man alles besser lesen kann.

Auf Wunsch liest der Simplico auch Texte vor. Gute Idee. Was mir gefällt: Alles ist automatisch richtig voreingestellt, zum Beispiel die Absenderangaben in der E-Mail, oder wenn man wie hier vorbereitete Textvorlagen lädt.

Es gibt aber auch Nachteile

Viele der üblichen Stolpersteine, die Computereinsteigern normalerweise zu schaffen machen, sind beim,SimpLiCo aus dem Weg geräumt. Das macht den Simplico wirklich zu einem guten Rechner für Einsteiger oder PC-Muffel. Das Gerät kostet je nach Ausstattung zwischen 900 und 1100 Euro. Ohne Monitor.

Dafür ist im Preis ein Installationsservice enthalten. Es kommt also jemand nach Hause, stellt den Rechner auf, schließt alles an, auch ans Internet, und sorgt dafür, dass garantiert alles läuft und funktioniert. Das ist natürlich praktisch. Ein paar Dinge haben mir aber trotzdem nicht so gut gefallen.

Nicht ohne weiteres erweiterbar

Technisch gesehen ist der Simplico ein ganz normaler PC. Solide verarbeitet, mit kleinen Spielereien wie Blaulicht am Fußende. Aber: Originell ist anders. Technikmuffel würden sicher ein Gerät bevorzugen, das auch optisch nicht unbedingt an einen ganz normalen PC erinnert. Das könnte zusätzlich Hemmungen abbauen. Chance vertan.

Leider ist die Software nicht einheitlich gestaltet. Die Menüs: Ansprechend und gelungen. Keine Frage. Doch die einzelnen Programme sehen recht unterschiedlich aus. Keine einheitliche Benutzerführung. Mal sind die Icons groß, mal klein. Außerdem: Wer aus Versehen auf die „falsche“ Stelle klickt, bekommt Optionen zu sehen, die eher verwirren als Mut machen.

Und, der vielleicht größte Mangel: Weil im Hintergrund Linux läuft, lassen sich nicht alle Geräte anschließen. Gut möglich, dass die neue Videokamera sich nicht mit dem PC verträgt.

Außerdem kann man auch keine zusätzliche Software installieren, weder Spiele, noch etwas anderes. Fazit: Für Einsteiger gut geeignet. Vielen reicht der Funktionsumfang zweifellos. Wer dann irgendwann mehr will, müsste aber auf einen „normalen“ PC umsteigen.