Es ist nicht leicht, sich im Infodschungel World Wide Web zurecht zu finden. Das Angebot ist einfach zu groß. Doch jetzt gibt es einen neuen Service, der Hilfe beim Aufspüren der besten Inhalte verspricht: Yahoo Pipes suchen, sortieren und ordnen die Informationen aus dem Web.

Ob Blogs, Podcasts, Foren, Fotoalben, Videoportale oder ganz normale Webseiten: Das Internet hat heute derart viel zu bieten, dass man nur noch schwer den Überblick behalten kann. Die Schwierigkeit besteht vor allem darin, die jeweils interessantesten Angebote zu finden, sie zu kanalisieren und zu ordnen. Die meisten von uns haben heute ohne weiteres mehrere Dutzend Lieblingsseiten – aber kaum noch Zeit, bei allen regelmäßig vorbei zu schauen.

Geschickt Infoquellen miteinander kombinieren

Eine gewisse Hilfe sind RSS-Feeds, eine Art Abo-Kurzdienst. Wer den RSS-Feed einer Webseite abonniert, ob mit einer Spezialsoftware oder mit einem Browser (die neuen Browser haben das nötige Rüstzeug serienmäßig an Bord), ist bestens im Bilde, was auf seinen Lieblingsseiten los ist. Und das, ohne die einzelnen Webseiten mit dem Browser ansteuern zu müssen. Die RSS-Feeds liefern Überschriften und Kurzbeschreibung neuer Artikel und Angebote. Ist etwas Interessantes dabei, reicht ein Mausklick, um zur Webseite zu gelangen und den interessanten Beitrag zu lesen.

So weit, so praktisch. Nur leider hilft das nicht in jedem Fall weiter. Denn RSS-Feeds geben lediglich einen Überblick darüber, was aktuell so los ist. Gezielt nach etwas suchen kann man auf diese Weise zum Beispiel nicht. Auch ist es schwierig, sich nur über Neuigkeiten zu bestimmten Themen versorgen zu lassen. Deshalb hat Yahoo etwas Neues ausgetüftelt, das sich „Yahoo Pipes“ nennt. Yahoo Pipes bringen Ordnung ins Datenchaos. Sie helfen beim Selektieren, Sortieren und Ordnen der Informationen – und das auf schlaue Art und Weise.

Infoquellen im Baukastenprinzip zusammenstellen

Das neue Angebot ist erst seit ein paar Tagen online, und derzeit leider auch nur mit englischer Benutzeroberfläche, aber wirklich sen-sa-tio-nell. Ich bin begeistert. Denn „Yahoo Pipes“ bietet die Möglichkeit, sich per Drag and Drop, im Baukastenprinzip, eine eigene Infolandschaft zusammenzuklicken. Ein paar Infobröckchen aus dem News-Portal, die neusten Wortmeldungen aus dem Lieblingsblog, die drei neuesten Bilder aus dem Fotoalbum der Freunde – fertig. Das auf diese Weise individuell zusammengestellte Angebot lässt sich im Browser bestaunen oder auch selbst wieder als RSS-Feed abrufen.

Yahoo Pipes sind wie schlaue Agenten, die das Netz nach Infos durchsuchen und übersichtlich für einen zusammenstellen. Da sind erstaunliche Dinge möglich. So lassen sich zum Beispiel im öffentlichen Fotoalbum Flickr Bilder finden, die zu den aktuellen Themen auf wdr.de passen. Automatisch. Yahoo Pipes können aber auch nach Videos bei Google Video suchen oder gezielt alle Blogs nach einem Stichwort durchforsten. Pipes können filtern, sortieren, zählen, ordnen – alles ist möglich.

Jede Menge Möglichkeiten – aber auch anspruchsvoll

Ich gebe zu: Yahoo Pipes ist nicht unbedingt für jeden etwas, man muss sich schon eine Weile damit beschäftigen. Aber dafür lassen sich damit wirklich erstaunliche Dinge auf die Beine stellen. Komfortabler hat man „sein“ Web wirklich noch nie durchsucht. Yahoo Pipes hat ein ungeheures Potenzial.

Und noch etwas ist schick am Konzept: Jeder kann seine Pipes, also seine Spielregeln beim Durchsuchen des Webs öffentlich machen. Dann können auch andere Benutzer davon profitieren – oder die bestehenden Regeln einfach auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. Wirklich sehr schlau ausgedacht!

Yahoo Pipes (engl.)

http://pipes.yahoo.com