Wer für Büro-Software kein Geld ausgeben will, hat mittlerweile die Qual der Wahl: Mit OpenOffice, StarOffice oder Lotus Symphony gibt es mittlerweile gleich drei kostenlose Büropakete.

Es gibt Tatsachen, an denen lässt sich nur schwer rütteln. Etwa die, dass Microsoft mit seinem Büropaket Microsoft Office Marktführer ist. Wohl jeder kennt Word, Excel, Powerpoint, Outlook und Co. Allerdings ist auch wahr: Nicht jeder braucht die beeindruckende Funktionsvielfalt der Office-Suite. Außerdem hat auch nicht jeder das Geld, das mehrere hundert Euro teure Softwarepaket zu kaufen. Wenn ein Zweit-PC zu Hause oder das Notebook mit einem Büropaket ausgestattet werden muss, greifen deshalb viele gerne auf kostenlose Alternativen zurück.

Platzhirsch OpenOffice

Doch hier stehen mittlerweile gleich drei Pakete zur Auswahl. Das mit Abstand bekannteste Büropaket zum Nulltarif ist OpenOffice. Ein OpenSource-Paket, das mittlerweile in der Version 2.3 vorliegt und kostenlos unter http://www.openoffice.org für Windows, MacOS und Linux geladen werden kann. OpenOffice hat sich bewährt und ist bei vielen sehr beliebt. Seit Version 2.0 kann OpenOffice auch in punkto Bedienkomfort punkten.

Die Textverarbeitung Writer und die Tabellenkalkulation Calc machen eine gute Figur. Zwar können sich beide Programme im Detail nicht mit Word und Excel messen. Doch Standardaufgaben lassen sich mit den beiden Programmen mühelos bewerkstelligen. Nur bei der Teamarbeit hat Microsoft eindeutig die Nase vorn: Da bieten die Microsoft-Programme ein besser ausgereiftes Konzept und deutlich mehr Funktionen. Die Präsentationssoftware Impress aus dem OpenOffice-Paket bietet mittlerweile auch beeindruckende Möglichkeiten. Zudem können alle Programme aus dem OpenOffice-Paket in Microsoft Office gespeicherte Dokumente laden und verarbeiten.

StarOffice 8.0

StarOffice 8.0 ist quasi die kommerzielle Ausgabe von OpenOffice, zusammengestellt und angeboten von Sun Microsystems. StarOffice basiert auf OpenOffice und sieht auch genauso aus, enthält aber einige Extras, die in OpenOffice erst mal nicht enthalten sind, etwa eine deutsche Rechtschreibprüfung, Thesaurus, sowie verschiedene Vorlagen und Fonts. Normalerweise muss man für StarOffice wenigstens 60 Euro bezahlen. Doch seit einer Weile bietet Google das StarOffice-Paket kostenlos an, und zwar im Google Pack (http://www.springhin.de/google-pack).

Lotus Symphony

Seit einigen Tagen gibt es nun ein drittes Büropaket, das in Wettbewerb zu Microsoft Office tritt. IBM bietet eine kostenlose Suite an, die den klangvollen Namen „Lotus Symphony“ trägt. IBM will bewusst an das in den 80er Jahren recht erfolgreiche Büropaket erinnern. 1995 wurde Lotus von IBM übernommen, wenig später ist Lotus Symphony dann allerdings in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Um mögliche Verwirrungen zu vermeiden: Das neue Lotus Symphony hat technisch nicht das Geringste mit der Software von einst zu tun.

Das neue Symphony, das unter http://www.springhin.de/symphony kostenlos geladen werden kann (es gibt derzeit allerdings nur eine englischsprachige Version), ist vielmehr ein neu geschnürtes Büropaket, bestehend aus den so genannten „Productivity Tools“ Lotus Documents (Textverarbeitung), Lotus Spreadsheets (Tabellenkalkulation) sowie Lotus Presentations. Alle im Paket enthaltenen Anwendungen basieren auf dem Code von OpenOffice, wo IBM seit zwei Wochen mit an Bord ist. Allerdings verwendet IBM zur großen Verblüffung nicht die aktuelle Version 2.3 von OpenOffice, sondern den Code der mittlerweile etwas angestaubten Version 1.x.

Unterschiede

Entscheidender Unterschied zu OpenOffice: IBM bietet professionellen Support für seine Büro-Software. Außerdem unterstützt Lotus Symphony den offenen Dokumentenstandard ODF (Open Document Format), was wiederum Microsoft ärgern soll. In Unternehmen macht der Einsatz von Lotus Symphony womöglich Sinn, etwa wenn auch andere Lotus-Programme benutzt werden. Alle anderen werden lieber OpenOffice einsetzen, das längst weiter entwickelt ist und mehr zu bieten hat.