Die Experten bei Kaspersky Lab haben die ersten kürzlich aufgetauchten MP3-Spam-Mails einer ersten Analyse unterzogen. Gute Nachricht: Diese neue Form des Spams wird sich wohl eher nicht durchsetzen.

Bei MP3-Spam handelt es sich um E-Mails, deren Ziel die Bewerbung einer Aktie eines bestimmten Unternehmens und die Erhöhung des Aktienkurses ist. Erstmalig erschien Aktien-Spam im August vergangenen Jahres (2006). Seitdem haben sich die Versender dieser Nachrichten als besonders innovativ erwiesen, wenn es darum ging, Anti-Spam-Maßnahmen zu umgehen. So wurden die Botschaften in verzerrten Grafikdateien und PDF-Dateien verschickt, die zum Zeitpunkt ihres ersten Erscheinens von Spamfiltern nicht erkannt wurden.

Die von Kaspersky Lab entdeckten E-Mails enthalten nun jedoch keinen Text, sondern eine MP3-Datei mit einer Dauer von 25 bis 33 Sekunden. Darin bewirbt eine verzerrte Frauenstimme die Aktien der Exit Only Inc. Auf diese Art versuchen Spammer üblicherweise den Kurs von Aktien in die Höhe zu treiben, um diese anschließend mit Gewinn verkaufen zu können.

Der derzeitige Massenversand ist für die Spammer wohl eine Art Probelauf, den man aufgrund einiger technischer Einschränkungen nicht gerade als erfolgreich bezeichnen kann. Um die Dateigröße niedrig zu halten, waren die Versender gezwungen, Audio-Aufzeichnungen von sehr schlechter Qualität zu verwenden. Die Folge: die Botschaft ist selbst bei großer Lautstärke kaum zu verstehen, Zudem veränderten die Absender die Aufzeichnung in jeder E-Mail ein wenig, um Spam-Filter zu umgehen, wodurch die Qualität weiter verschlechtert wurde.

Das Auftauchen von MP3-Spam war von Experten seit geraumer Zeit erwartet worden. Kaspersky Lab geht jedoch aufgrund der genannten technischen Einschränkungen davon aus, dass sich diese Form der unerwünschten Werbung nicht durchsetzen wird.

“Die schlechte Tonqualität wird dazu führen, dass sich die Nutzer diese Botschaften nicht anhören”, erklärt Andrey Nikishkin, Director Hosted Security Services Business Unit. “Wir denken, dass MP3-Spamversand sich ab und zu wiederholen, jedoch keinen nennenswerten Einfluss auf die Spamstatistik haben wird.”