Wie schnell ist eigentlich Ihr Browser? Fragt man die Hersteller, fällt die Antwort klar und deutlich aus: Ihre Browser sind natürlich immer die schnellsten am Markt.

Auch Apple bezeichnet die neueste Version seines Safari-Browsers als „schnellsten und innovativsten Browser am Markt“. Safari 4 steht ab sofort als WWW: Public Beta zum Download bereit (bislang nur mir englischer Benutzeroberfläche).

Aber der Reihe nach. Apple hat bekanntlich einen eigenen Browser, Safari heißt er, der wunderbar auf Apple Mac und auch iPhone und iPod Touch läuft. Seit einer Weile gibt es Safari auch für die Windows-Welt. Nur benutzt die Windows-Version des Browsers kaum jemand. Denn: Safari ist zwar schnell, aber nicht unbedingt immer komfortabel, und besonders flexibel ist Safari schon gar nicht (Stichwort: Add-Ons).

Nun also ist Version 4 da, und die hat tatsächlich eine Menge zu bieten, vor allem optische Leckerbissen. So gibt es den berühmten Cover-Flow-Effekt (Blättern wie in Covern, wie man es von iTunes oder iPhone kennt) nun auch für Webseiten. Safari 4 zeigt zum Beispiel die Historie auf diese Art und Weise, das sieht schick aus. Mit „Top-Sites“ erscheint praktisch eine virtuelle 3D-Wand mit besonders häufig angesteuerten Webseiten, aus denen man auswählen kann.

Rund 150 neue Funktionen zählt Apple darunter auch viele Kleinigkeiten, so wurde zum Beispiel die Darstellung von Fonts optimiert. Die Suchfunktion durchforstet nun nicht nur die aktuelle Webseite, sondern auch die Überschriften, Texte und Webadressen kürzlich aufgerufener Webseiten.

Tja, dann noch das Stichwort Tempo. Safari 4 soll um den Faktor 4,2 schneller sein als der Vorgänger Safari 3, vor allem bei JavaScript, die Programmiersprache für Webseiten. Darauf stürzen sich derzeit alle Entwickler. Auch Microsoft hat seinen Internet Explorer 8 hier optimiert, ebenso Google seinen Browser Chrome. JavaScript wird immer wichtiger, da es auf immer mehr Webseiten eingesetzt wird, etwa um Interaktionen zu ermöglichen.safari4

Ob Safari 4 nun wirklich mehrfach schneller ist als Firefox, Internet Explorer oder Chrome, wie es in der Pressemeldung steht, darf bezweifelt werden. Messen kann ich es hier nicht, da müssen wir wohl erst mal die fundierten Messergebnisse von Profis abwarten – einer Pressemeldung würde ich da nicht gleich Glauben schenken.

Wichtig ist aber, dass die Hersteller von Browsern insgesamt ernsthaft am Aspekt Tempo arbeiten, und das ist gut. Hier sind Opera und Firefox die treibenden Kräfte, denn diese Browser waren schon immer vergleichsweise schnell – und haben die Konkurrenz quasi vor sich hergetrieben.

Ein wichtiger Punkt noch: Safari 4 ist eine Betaversion und sollte deshalb mit Bedacht eingesetzt werden. Betaversionen bitte nicht auf Produktivsystemen nutzen, also auf Rechnern, die für die tägliche Arbeit eingesetzt werden. Denn niemand weiß, über welche und wie viele Sicherheitslecks so ein Programm (noch) verfügt. Darüber hinaus gibt es Safari 4 derzeit nur in englischer Sprache, aber das soll sich bald ändern.

Optisch ist Safari 4 auf jeden Fall ein Leckerbissen, und in punkto Bedienkomfort gibt es auf jeden Fall ein paar sehr hübsche Ideen. Anschauen lohnt sich also.