Trends brauchen einen griffigen Namen. Das macht das Beispiel “Web 2.0” deutlich: Eigentlich aus einer Laune heraus entstanden, prägt der Begriff mittlerweile die Medienlandschaft. Unter Web 2.0 versteht heute jeder das Mitmach-Internet. Marketinggag gelungen.

Das versucht die Deutsche Messe AG, die in Hannover die Cebit ausstattet, nun auch. Sie hat den Begriff Webciety geprägt. Ein Kunstbegriff, der das Zusammenwachsen von Mainstream-Gesellschaft und Internet auf den Punkt bringen soll. Man könnte auch sagen: Wir sind Web.

So ganz falsch ist das nicht. Vor allem jüngere Menschen nutzen das Internet wie selbstverständlich, um sich zu vernetzen, um zu kommunizieren. Stichwort: Social Web, soziale Netzwerke. So gesehen leben wir tatsächlich in einer Webciety. Oder zumindest leben viele darin.

Komisch nur, dass ausgerechnet solche Unternehmen, die am ehesten für Webciety stehen, auf der Messe selbst unsichtbar sind – weil nicht vertreten. Firmen wie Google, Facebook oder StudiVZ glänzen durch Abwesenheit. Noch. Eigentlich schade.