Google Streetview startet in Deutschland

Als Google Streetview vor einigen Jahren in USA gestartet ist, fanden die meisten den neuen Onlinedienst spannend: Streetview bietet beeindruckende 3D-Ansichten von jeder Straße, von jedem Häuserblock in San Francisco, New York, Los Angeles und vielen anderen Metropolen. Da schaut sich jeder gerne mal um, lässt den letzten Besuch in den US-Städten Revue passieren oder plant am PC den nächsten Städtetrip.

Doch seitdem auch durch deutsche Städte Google-Autos mit aufmontierter Panoramakamera fahren, um alles fototechnisch zu vermessen, regt sich Widerstand. Großer Widerstand. Hausbesitzer befürchten, man könnte ihre Häuser auf den Fotos erkennen. Passanten bereitet es Kopfzerbrechen, sie könnten auf Schnappschüssen zu sehen sein.

Man muss diese Sorgen natürlich ernst nehmen – und darum haben sich etliche Datenschützer mit Google angelegt. Monatelangg wurde gestritten, was Google darf, was Google nicht darf, wann Google wie auf etwaige Beschwerden reagieren soll.

Nun ist eine Einigung gefunden. Im Grunde genommen hat sich Google den Forderungen der Datenschützer gebeugt. Zumindest der Streit mit dem Hamburger Datenschutzbeauftragten, Johannes Caspar, wurde beigelegt. Anderenfalls hätten wohl auch monatelange Rechtstreitigkeiten den Start von Google Streetview in Deutschland verzögert.

Im Detail: Google macht innerhalb einer angemessenen Frist auf den Streetview-Fotos erkennbare Gesichter, Autos und Gebäude unkenntlich, wenn ein Betroffener sich meldet und das wünscht. Anders als ursprünglich geplant sind nun auch bereits vor Veröffentlichung solche Widersprüche möglich, insbesondere von Hausbesitzern.

Außerdem will Google künftig die Fahrtrouten von den Kamerafahrzeugen öffentlich ankündigen und bekanntgeben, dann kann sich jeder darauf einstellen.

Ich persönlich finde es schade, dass der Streetview-Service ausschließlich aus der kritischen Perspektive gesehen wird. Klar, dass sich jemand, der gerade eine Arztpraxis oder einen Erotikshop verlässt, nicht gerne dauerhaft und für jeden sichtbar auf einem Foto wieder finden möchte, das kann ich verstehen und nachvollziehen. Hier ist ein Widerspruchsrecht absolut plausibel.

Noch besser wäre, Google würde Gesichter von sich aus automatisch unkenntlich machen (so wie der Kölner 3D-Dienst sightwalk.de). Auch Kfz-Kennzeichen gehören unkenntlich gemacht, da sie für den bildlichen Gesamteindruck nicht die geringste Rolle spielen

Aber wieso es insgesamt ein Problem darstellen soll, Straßen oder Häuser zu zeigen, die öffentlich zugänglich sind, das vermag ich nicht nachzuvollziehen. Und ich finde es schade, dass praktische Onlinedienste wie Streetview dadurch unnötig eingeschränkt werden. Die öffentliche Debatte muss gleichwohl sein. Aber es gibt auch ein öffentliches Interesse, finde ich, öffentlich zugängliche Bereiche online betrachten zu können.

Andere Meinungen? Dann bitte unbedingt hier diskutieren. 😉

1 Kommentar zu „Google Streetview startet in Deutschland“

  1. Ich finde Bedenken bei Hausbesitzern sehr wohl angebracht. Besonders bei Siedlungen mit Einfamilienhäusern. Hier ist die Einbruchrate besonders hoch. Warum sollen Diebe schon zuhause am PC recherchieren können, wo sich ein Bruch lohnt. Es gibt bei jedem Haus eine Menge anzeichen, welche Türen, Fenster, Sicherungen etc. einen Bruch behindern. Ansonsten kann man natürlich einen Fußgängerdieb nicht abhalten, aber eine PC-Recherche als Vorab-Klärung wollen wir nicht.

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