Viele kommen mit Hunderten von Urlaubsfotos nach Hause. Da stellen sich dann in der Regel zwei Herausforderungen: Zum einen muss man mit der schieren Bildermenge klar kommen, zum anderen mit der Enttäuschung – denn nicht jedes Bild ist am Ende technisch so gut, wie es sein sollte. Ein neues Zauberprogramm optimiert die Fotos, hellt Schatten auf, schärft nach und vieles mehr, alles automatisch. Und wer bei all den Porträtaufnahmen den Überblick verliert, kann mit Picasa nach Gesichtern fahnden – Motto: Auf welchen Fotos ist Sabine zu sehen?

Im größten Online-Fotoalbum der Welt, flickr, gibt es unzähliger toller Fotoaufnahmen zu bestaunen. Die allermeisten sehen technisch mehr oder weniger perfekt aus. Nur die eigenen Urlaubsaufnahmen, die können komischerweise in der Regel nicht mithalten.

Aber wozu leben wir im Zeitalter der Digitalfotografie? Da gibt’s immer irgendeinen Zaubertrick. Retusche und Nachbearbeitung ist heute eine Sache von ein paar Mausklicks. Mit einschlägigen Fotoprogrammen wie hier mit Photoshop Express, einem Fotobearbeitungsprogramm im Internet, lassen sich Fotos heute wirklich nach allen Regeln der Kunst aufpeppen.

Allerdings ist es nicht jedermanns Sache, die vielen Optionen und Regler in den Programmen auszuprobieren – wer nicht so viel Übung hat, bekommt am Ende sogar schlechtere Fotos. Ich habe mich deshalb mal umgeschaut nach einer Software, die nur eins kann: Etwas unglückliche Bilder auf Knopfdruck optimieren. Und siehe da: So etwas gibt es wirklich.

Photomizer heißt die Software. Das Programm holt wirklich eine Menge aus Bildern raus, die auf den ersten Blick unrettbar erscheinen. Schatten werden aufgehellt, Farben optimiert, zu helle Flächen abgedunkelt und die Schärfe nachgezogen, wo nötig. Im direkten Vorher-Nachher-Vergleich kann man gut erkennen, wie groß die Unterschiede mitunter sind. Das bringt wirklich einiges.

Die Ergebnisse sind teilweise verblüffend. Vor allem die üblichen Schwächen lassen sich mit Photomizer meist bequem beseitigen. Aus verwaschenen Farben werden brillante Farben. Dunkle Ecken werden deutlich aufgehellt. Viele Fotos werden deutlich anschaulicher – ohne großes Gefummel, das Programm macht alles automatisch.

Rund 30 Euro kostet die Software. Auf der Webseite des Herstellers gibt es eine kostenlose Testversion zum Ausprobieren, die funktioniert drei Wochen.

Keine Frage: Man kann dieselben Ergebnisse auch erzielen, indem man die Bilder selbst manuell im Fotobearbeitungsprogramm optimiert. Wenn man es denn kann. Photomizer nimmt einem die Arbeit aber ab – und erledigt diesen Optimierungsprozess gerne auch für Hunderte, Tausende Fotos nacheinander. Vollautomatisch.

Es gibt auch kostenlose Bearbeitungsprogramme im Web. Das vielleicht bekannteste ist Photoshop Express von Adobe. Hier kann man Fotos hochladen und sie dann online retuschieren. Viele Probleme lassen sich damit manuell beseitigen. Für Einsteiger eigentlich ausreichend. Ausgereifte Funktionen sucht man hier allerdings vergeblich.

Ein anderes, wirklich komfortables Programm zum Bearbeiten von Digitalfotos ist flauntr, unter. Auch hier lassen sich einige Unzulänglichkeiten beseitigen. Das Praktische an flauntr: Man kann direkt auf Fotos zugreifen, die bei Picasa, flickr oder Facebook gespeichert sind. Hin und Her kopieren unnötig.

Wer viele Fotos macht hat aber noch ein ganz anderes Problem: Ganz schnell geht die Übersicht verloren. Die meisten sortieren ihre Fotos bestenfalls nach Datum oder Reiseziel. Aber alle Fotos finden, auf denen die Tochter zu sehen ist, die Freunde oder Nachbarn?

Unmöglich. Fast unmöglich. Denn auch hier macht die Softwareindustrie Fortschritte. Moderne Fotoprogramme können Gesichter erkennen. Und das dürfen Sie jetzt wörtlich nehmen: Die Programme finden nicht nur Fotos, auf denen Personen zu sehen sind, sondern erkennen sogar, auf welchen Bildern dieselben Gesichter sind.

Im kostenlosen Online-Album Picasa kann man das gut erkennen. Ich durchstöbere meine Fotosammlung. Und schwupps: Fotos mit demselben Gesicht. Brad Pitt. Angela Merkel. Das Programm findet tatsächlich Fotos, auf denen dieselbe Person abgebildet ist.

Das funktioniert recht gut, nicht perfekt. Wenn die Person nicht direkt in die Kamera schaut oder eine Brille auf hat, klappt das nicht unbedingt immer 1a. Aber: Die Erkennungsrate wird immer besser. Wir dürfen uns also schon auf Fotoprogramme freuen, die ganz bestimmte Fotos auf der Festplatte aufspürt – und später dann womöglich auch im Web.