Derzeit gibt es in der IT-Industrie wolkige Zukunftspläne. Ob Google, Microsoft, Amazon oder Apple: Alle reden vom so genannten „Cloud Computing“, der zunehmenden Vernetzung von Computer, Handy und Fernseher via Internet.

Experten erwarten in diesem Bereich enorme Wachstumsraten. Der gemeine Computerbenutzer hingegen denkt, das alles habe mit ihm gar nichts zu tun.

Hat es aber.

Denn Cloud Computing ist nicht nur ein erkennbarer Trend, sondern teilweise längst Gegenwart. Spätestens, seitdem auch Microsoft auf Cloud Computing setzt wie jetzt mit Windows Azure, ist potenziell jeder betroffen. Jeder sozusagen ein Tropfen in der Wolke.

Die Idee hinter Cloud Computing ist einfach: Programme und Daten werden nicht mehr länger auf dem eigenen Computer gespeichert, sondern auf Servern irgendwo im Netz. Klarer Vorteil: Einmal im Web hinterlegt, kann man bequem von überall darauf zugreifen: Vom Computer zu Hause oder am Arbeitsplatz zum Beispiel, mit dem Smartphone oder auch immer öfter vom Fernseher aus. Einzige Bedingung: Internetzugang.

So etwas kann durchaus praktisch sein. Denn wer wichtige Dokumente und Fotos in der Cloud speichert – also im Internet – muss sich in der Tat keine Gedanken mehr darüber machen, wo er diese wichtigen Dokumente hinterlegt hat. Sie sind immer da und griffbereit. Backups werden auch noch gemacht. Automatisch.

Auch Programme lassen sich auf diese Weise benutzen. Die vielen Google-Anwendungen wie Mail, Calendar oder Text und Tabellen sind zweifellos die bekanntesten Vertreter dieses Genre. Hier muss man nichts installieren, man muss nie die Software auf den neuesten Stand bringen. Einfach Browser starten – und loslegen.

Allerdings hat die Medaille auch eine Kehrseite. Denn wer so arbeitet, lagert Dokumente und Fotos auf Computern aus, die er selbst nicht kontrollieren kann. Stichwort: Datensicherheit. Außerdem schärft man durch die Verwendung von Onlineprogrammen sein eigenes Profil, wird immer interessanter für die Werbeindustrie. Das muss einen nicht stören, kann es aber. Jeder sollte sich also über die Vor- und Nachteile im Klaren sein.

Viele nutzen heute schon Cloud Computing, ohne es zu wissen. Wer seine Fotos in einem Online-Fotoalbum wie flickr oder Picasa ablegt, seine Mails mit Google Mail austauscht, Videos anschaut oder Onlineanwendungen nutzt, der ist schon längst Teil der Wolke.

Cloud Computing wird uns noch viele interessante Diskussionen bringen, etwa, wie viel Zeit und Geld sich dadurch sparen lässt (weniger eigene Hardware nötig, keine Pflege der Software erforderlich), aber auch, welche Sicherheitsrisiken damit verbunden sind. Den Begriff Cloud Computing sollte sich daher besser jeder gut einprägen.

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  1. […] und Ausführen von Anwendungen/Daten direkt von Servern und nicht mehr vom eigenen Computer (toller aktueller Bericht auch hier zu finden), endlich sinnvoll einsetzen. Auch Microsoft hat nach langer Zeit :- ) den Trend endlich erkannt […]

  2. […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von joerg schieb, Ray erwähnt. Ray sagte: RT @schiebde: #schiebde: Wolkige Versprechungen: Cloud Computing http://www.schieb.de/707974/wolkige-versprechungen-cloud-computing […]

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