Wenn Rupert Murdoch sich was vornimmt, dann zieht er das auch durch – jedenfalls erst einmal. Und weil Rupert Murdoch nunmal einer der mächtigsten Medienmensch der Welt ist – dem Australier gehören unzählige, teilweise auch sehr namhafte Zeitungen in aller Welt -, schaut ihm nahezu die gesamte Medienbranche dabei auf die Finger.

Diesmal macht er laut Spiegel Online gemeinsame Sache mit Microsoft – um gegen Google zu wettern. Der Plan: Künftig sollen Inhalte der Mediengruppe News Corp. nicht mehr in Google-Suchergebnissen auftauchen, sondern nur noch bei Bing, der Suchmaschine von Microsoft. Microsoft will sich dieses Bündnis Medienberichten zufolge etwas kosten lassen, für die Inhalte also bezahlen. Wie viel und ob direkt oder indirekt, ist bislang nicht bekannt.

Fest steht: Eigentlich alle Onlineportale sind auf der Suche nach Einnahmequellen. Schon lange ist Murdoch der Internetriese Google ein Dorn im Auge. Sein Argument: Google erfasst die Inhalte der News-Anbieter im Web, präsentiert sie in Suchergebnissen – und verdient mit Anzeigen prächtig Geld. Was zweifellos richtig ist, Google schwimmt in Geld.

Verschwiegen wird dabei allerdings, dass Google den Onlineseiten natürlich auch jede Menge Besucher schickt, denn Google präsentiert keineswegs die kompletten Artikel, sondern nur Titelzeile, Teaser und vereinzelte Bilder. Wer mehr lesen will, muss die Onlineseite besuchen – und genau da schickt Google die Leute hin. Wer das nicht möchte, kann Google jederzeit aussperren. Dazu reicht ein kleiner technischer Kniff. Es dauert nicht mal zwei Minuten, um Google von einer Webseite auszusperren.

Also wird jetzt mit spitzen Bleistift nachgerechnet, was mehr bringt: Die Nummer eins im Suchmaschinengeschäft komplett aussperren und mit der Nummer drei kooperieren, dafür aber für die bereitgestellten Inhalte bezahlt werden. Oder doch lieber mehr Traffic von Numero Uno bekommen, aber auf direkte Einnahmen verzichten.

Schwierige Entscheidung.

Aber wenn einer die Spielregeln im Online-Newsgeschäft verändern kann, dann wohl Murdoch. Der Mann hat einfach Gewicht! Gut möglich, dass nun auch Google in die Schatulle greift und für hochwertige Inhalte bezahlt. Bei Youtube ist das schließlich auch schon lange üblich.

Alle arbeiten derzeit an Modellen, um die hochwertigen Inhalte, die schließlich mit viel Aufwand hergestellt werden, irgendwie zu refinanzieren. Die Werbeerlöse allein reichen nicht aus. Aber vor jedem Seitenbesuch eine Bezahl-Seite zu schalten, davor scheuen viele Anbieter zurück, schließlich ist die Internetgemeinde gewohnt, Inhalte im Web kostenlos zu bekommen. und das dürfte sich auch nicht allzu schnell ändern.

Man darf gespannt sein, ob sich Rupert Murdoch durchsetzt – und die Kooperation mit Microsoft wirklich aufgeht.

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