Fußball ist einfach: Das Runde muss ins Eckige, auch wenn zehn andere genau das mit aller Macht verhindern wollen. Wie die Spieler das machen, ob elegant oder brutal, ob fair oder unsportlich, ob das alles spannend oder langweilig ist – das liegt letztlich im Auge des Betrachters und hängt außerdem nicht selten davon ab, für welche Seite man fiebert. Vor, während und nach einem Spiel gibt es viele Geschichten und Interpretationen, warum es genau so kommen musste – oder auch nicht.
Auf seinem Blog Freitagsspiel hat der Würzburger Harald Müller reichlich Anekdoten, Stilblüten und Harakiri-Zitate aus der Branche herangezoomt. Die Texte rund um aktuelle Fakten und Ereignisse zeugen von detailsicherem Sachverstand eines Fußball-Analysten. Aber eben nicht mit Weißbier-Ernst ins Netz geschossen, vielmehr serviert mit feinfedriger Fußballschreibe, dabei stets mit dem Blick für die delikate Prise Philosophie hinter den hammerharten Fakten.

Eine Webseite, die Ereignisse und Informationen plus zahlreiche Kleinausrutscher am Rande einer großen Sportart zu einem charmanten Mosaik zusammengefügt. An dem dezenten Augenzwinkern zwischen den Zeilen dürften sogar viele Fußball-Analphabeten Gefallen finden.
Nur eines mag mancherorts irritieren: Warum freitagsspiel.de ausgerechnet Freitagsspiel.de heißt. Egal, schließlich hat ein Eckball keine Ecken und das Lattenkreuz ist eigentlich nur ein rechter Winkel.
