Schick ist es, leistungsfähig, mehr als nur ein Hauch von Luxus: Das iPhone 4 kann eine Menge – und ist sündhaft teuer. Da erwarten die Kunden völlig zu Recht, dass alles tadellos verarbeitet ist und – nahezu – perfekt funktioniert. Wenn dann ein simples Egreifen des Smartphones an der „falschen“ Stelle ausreicht, um die Sendeleistung des Hightech-Wunders ins Unermessliche fallen zu lassen, ist das schon extrem peinlich.

Keine Frage: Die Angelegenheit wird meiner Meinung maßlos aufgebauscht. Man (also Journalisten, Blogger, Konsumenten) beschäftigt sich halt gerne mit dem iPhone – so ist das mit emotional aufgeladenen Produkten, zu denen das iPhone ohne jeden Zweifel zählt. Ich reihe mich da selbst durchaus ein, das gebe ich offen zu. Erst Recht, wenn es dann mal was zu meckern gibt, sogar etwas Häme möglich ist gegenüber dem erfolgsverwöhnten Apple, dem arroganten Steve Jobs oder den „dummen“ Leuten, die das iPhone kaufen (wozu ich selbst gehöre).

Dass Steve Jobs tatsächlich eine Pressekonferenz zu diesem peinlichen Thema abhalten musste (verpasst? Macht nichts, Apple stellt den Event als Stream bereit), zeigt, wie groß der Druck ist, denn anderenfalls hätte sich Jobs sicher keinen Millimeter bewegt, wie sonst auch immer.

Da man kaum erwarten kann, dass Apple nun alle bereits verkauften iPhones zurückruft und austauscht, war klar, dass die Sache auf der PK runtergespielt werden würde. Genau so ist es auch gekommen: Steve Jobs hat Zahlen präsentiert, dass weniger Menschen das iPhone zurückgeben als bei früheren Modellen etc. Man suche nur lange genug in statistischem Material, und man findet garantiert irgendwelche Daten, die die eigene Position untermauern.

Für ein seriöses, führendes IT-Unternehmen ist es ein wenig peinlich, finde ich, die Schwächen anderer Hersteller vorzuführen, so wie Apple es diesmal getan hat: Steve Jobs hat demonstriert, dass auch andere Smartphones unter bestimmten Umständen unter geschwächtem Empfang leiden. Mag stimmen – macht man aber trotzdem nicht. Das gibt Minuspunkte.

Und ein lächerliches Zwei-Dollar-Produkt, einen sogenanntn „Bumper“, an unzufriedene iPhone-Kunden zu verteilen, ist schon ein starkes Stück. So ein iPhone 4 kostet ohne weiteres zwischen 800 und 1000 Euro, da kann man die Kunden doch nicht ernsthaft mit so etwas abspeisen? Das zeugt von keiner besonders großen Wertschätzung der Kundschaft.

Mein bestelltes iPhone 4 ist noch nicht da, ich kann deshalb weder sagen, ob die Störungen wirklich markant sind, noch ob der Bumper das Problem verkleinert. Ich freue mich über Erfahrungsberichte.

3 Kommentare
  1. eckeneckepenn
    eckeneckepenn sagte:

    Hallo!

    Keinen Erfahrungsbericht zum iPhone, aber zur Kulanz von Apple: Bei meinem MacBook waren nach kürzester Zeit die Gummifüße kaputt. Ein Anruf bei Apple sagte mir, dass es leider so keinen Ersatz gäbe, man würde mir aber sofort 50 Euro (!) auf die Kreditkarte buchen, was auch wirklich schnell passiert ist. OK, war ein Stückweit noch Garantie – und trotzdem. Außerdem hatte ich mich mal an Apple gewandt, weil die Umstellung auf iTunes-Plus bei einigen Titeln nicht möglich war. Obwohl ich da keinen Anspruch hatte, hat man mir Freititel für iTunes geschenkt. Kulant ist Apple Deutschland schon meistens, wie mir auch andere berichteten.

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