Die schönsten Frauen ihrer Zeit in aller Ruhe aus der Nähe betrachten – in Museen und Galerien ist das durchaus möglich, indem man Gemälde berühmter Maler betrachtet. Gastieren aber Kunstwerke von Hochkarätern wie Sandro Botticelli im Frankfurter Städel Museum, heißt es unweigerlich: Schlange stehen.

Nicht ohne Grund: «Geburt der Venus», «Madonna Guidi», «Minerva und Kentaur» – alle Frauen, die der malende Popstar der Renaissance in seinen Gemälden verewigte, umgibt ein geheimnisvoller Zauber. Die sinnlichen Schönen lassen sich dank weltweitem Netz aber auch ohne Eintrittskarte ziemlich nahe kommen, zumindest optisch: Im Webspecial des Hessischen Fernsehens «Das Rätsel Frau. Geheimnisse in den Bildern Botticellis».

Dort erklären Experten, angefangen vom Museumsleiter bis hin zum Restaurator, in Videos die Details und Finessen der Kunstwerke. Einen Exkurs in historische Aspekte der frühen Renaissance gibt’s gleich mit dazu, eine Prise Gesellschaftsklatsch inklusive. So soll das Gemälde «Weibliches Idealbildnis» (um 1480) eine reale Person darstellen. Vermutlich war es die verehelichte Simonetta Vespucci, angehimmelt vom Medici-Spross Giuliano.
Faszinierend, wie auf diese Weise ein Flashback in die Welt des berühmten Florentiner Künstlers entsteht. Übersättigung ist nicht zu befürchten, denn die Webseitenbesucher bestimmen selbst, wie tief sie in die Erklärungen der Experten (die leider nicht immer ganz kamerafest wirken) einsteigen möchte. Ein Stück Gegenwart wird übrigens auch enträtselt, nämlich wie die Arbeit von Organisatoren, Kunsthistorikern und Restauratoren im Einzelnen funktioniert und welche Probleme es zu bewältigen gilt, bis eine Ausstellung dieser Qualität endlich «reif fürs Museum» ist.

www.botticelli.hr-online.de