Wer ein iPhone, iPad oder iPod Touch benutzt, hält zwar moderne Hightech in den Händen – muss allerdings mit unsichtbaren Einschränkungen leben. Denn Apple legt seine Geräte künstlich in Fesseln. Vor allem behält Apple die Kontrolle, welche Programme (Apps) auf iPhone, iPad oder iPod Touch installiert werden können. Nur Anwendungen, die im offiziellen AppStore angeboten werden, lassen sich laden und benutzen.

Auf diese Weise bestimmt Apple letztlich, was die Geräte können und was nicht. Eine Art Bevormundung, finden viele. Denn es gibt Apps, die durchaus sinnvoll sind, in einem „offiziellen“ iPhone/iPod aber nicht benutzt werden können. Beispiel: Offline-Wikipedia, ein Wikipedia zum Mitnehmen, ideal, wenn man auch unterwegs, ohne WLAN mal etwas nachschlagen möchte. Doch Apple erlaubt das Offline-Lexikon nicht. So wie viele andere Anwendungen, vor allem solche, die Apple-eigene Anwendungen ersetzen können.

Sperre aufheben mit Jailbreak

Doch findige Hacker haben schon vor langer Zeit einen Weg gefunden, die lästigen Fesseln zu beseitigen. „Jailbreak“ wird das genannt, wortwörtlich übersetzt: Ausbruch aus dem Gefängnis. Nach einem „Jailbreak“ kann man sein iPhone oder iPod Touch uneingeschränkt benutzen. Möglich wird das durch einen Trick: Beim Jailbrak werden Sicherheitslecks im Betriebssystem von iPhone, iPad und iPod Touch ausgenutzt (im Browser Safari), um das Betriebssystem zu manipulieren. Danach werden die üblichen Kontrollmechanismen von Apple ausgehebelt.

Gleichzeitig wird der App-Store „Cydia“ installiert, in dem es die meisten inoffiziellen Programme zum Download gibt. Apples eigenen AppStore kann man aber nach wie vor verwenden. Bislang war allerdings einige Trickserei erforderlich, um iPhone oder iPod Touch zu jailbreaken. Man musste Software laden, das Gerät mit dem Computer verbinden, die Sperre aufgeben – und diesen Vorgang nach dem Laden einer neuen Betriebssystemversion von Apple in der Regel wiederholen. Zeitaufwändig – und auch nicht ganz ohne Tücken.

Jailbreakme.com: Entsperren so einfach wie nie

Doch seit einigen Tagen gibt es einen denkbar einfachen Weg, sein iPhone zu entfesseln: Wer die Webseite jailbreakme.com aufruft, kann innerhalb weniger Minuten sein Gerät entsperren – ohne Vorkenntnisse. Es reicht aus, die Webseite mit seinem iPhone/iPod anzusteuern, mit dem Safari-Browser im Gerät. Danach einmal über das Touchscreen wischen, um die Entsperrung zu aktivieren – und alles andere geht automatisch.

Großer Vorteil: Das Gerät muss nicht mehr mit dem Computer verbunden werden, man muss nichts laden oder starten, kann nichts falsch machen. Genial. Schon mehrere Millionen Apple-Benutzer sollen diesen Service benutzt haben. Funktionieren soll die neue Jailbreak-Methode mit iPod Touch, iPad sowie den iPhones-Modellen 3G, 3GS und iPhone 4.

Legal oder nicht: Wer darf entsperren?

Viele fragen sich, ob ein Jailbreak legal ist. In vielen Ländern ist es überhaupt nicht erlaubt, dass Apple seine teuren Geräte künstlich einschränkt, in Frankreich oder in England zum Beispiel. In Deutschland darf Apple solche Einschränkungen allerdings machen, auch in den USA.

Fest steht: Das Entsperren ist legal, das hat die höchste für diese Fragen zuständige Stelle in den USA erklärt. Nachdem der Leiter der Bibliothek des US-Kongresses den „Jailbreak“ für Rechtens erklärt hat, darf jeder in den USA sein Gerät entsperren – und jeder darf Programme oder Onlinedienste anbieten, die genau das machen: iPhone und iPod entsperren. Bislang war das Grauzone, jetzt kann das jeder machen, ohne Strafen befürchten zu müssen. Schon ein Tag nach dem Urteil war jailbreakme.com online.

In Deutschland darf jeder Kunde sein Gerät entsperren. Das Anbieten entsprechender Software oder Dienste aber liegt im Graubereich und sollte deshalb nicht von Deutschland aus angeboten oder betrieben werden.

Apple rät erwartungsgemäß vom Jailbreak ab und versucht es immer wieder zu verhindern, dass Apple-Kunden ihre Geräte entsperren können.

Die Sache mit der Garantie

Auch weist Apple darauf hin, dass die Garantie erlischt, wenn man seine Geräte entsperrt. Dennoch machen es Millionen Menschen, denn danach stehen einem interessante neue Möglichkeiten zur Verfügung.

Nach einem Jailbreak können nicht nur Apps benutzt werden, die keine Apple-Freigabe haben, darunter wirklich interessante Anwendungen, sondern auch günstigere Mobilfunknetze.

3 Kommentare
  1. Gilhorn
    Gilhorn sagte:

    Solange wie Apple seine Geräte sperrt, sollte man auf den Kauf dieser Geräte verzichten. Ich sehe diese Sperre nicht nur als eine Bevormundung, sondern als eine Frechheit an.

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  1. […] sein iPhone, iPod oder iPad von Apples Fesseln befreien will, kann den Onlinedienst jailbreak.me verwenden: Innerhalb weniger Minuten ist das eigene Gerät dann von den Fesseln befreit und man […]

  2. […] – inoffizielle – Lösung für das alte Problem. Wer sein iPhone oder iPad mit Jailbreak von seinen Fesseln befreit, etwa mit http://www.jailbreakme.com, der kann mit der kostenlosen […]

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