Google Streetview – eine scheinbar unendlich Geschichte. Jetzt ist der Onlinedienst endlich auch in Deutschland gestartet. Wer virtuell durch die Straßen der bislang 20 deutschen Großstädte flaniert, entdeckt immer wieder vermatschte Flächen. Hier haben Mieter oder Hausbesitzer aufgrund einer mitunter hysterisch geführten Diskussion, so etwas eigentlich erlaubt ist oder nicht, Widerspruch eingelegt – und Google hat die Hausfassade unkenntlich gemacht.

Bleibt nur die Frage, was das eigentlich bringen soll!? Denn andere Onlinedienste wie zum Beispiel Sightwalk liefern praktisch dieselben Hausansichten ohne jede Verpixelung – weil sich hier komischerweise niemand darüber aufregt. Derselbe Sachverhalt, völlig andere Reaktion.

Aber auch Bing Maps von Microsoft liefert Ansichten von Straßen und Häusern frei Haus. Keine Satellitenfotos aus dem All, sondern gestochen scharfe Luftbildaufnahmen. Aufregung? Keine! Man kann sich als Verbraucherschutzministerin oder Datenschützer nicht um alles kümmern…

Es gibt aber mittlerweile auch Widerstand gegen den Widerstand. Aktivisten rufen dazu auf, alle verpixelten Häuser zu fotografieren und bei Panoramio online zu stellen. Dann erscheinen die Fotoaufnahmen nämlich bei Google Maps und Google Earth in den Onlinekarten. Automatisch. Die Hausfassade ist dann zwar nicht in 3D bei Streetview zu sehen, aber unsichtbar ist sie halt auch nicht mehr.

2 Kommentare
  1. Gilhorn sagte:

    (Satire an)
    Wenn es darum geht, dass eine Sicht über 2,8 m auf andere Grundstücke nicht möglich sein darf, dann haben die Datenschützer noch viele Aufgaben vor sich.
    Alle Fenster über 2,8 m sind sofort zuzunageln und zu verrammeln, höher stehende Häuser und Anhöhen, von denen solche persönlichkeitsverletzende Blicke möglich sind, sind sofort zu entfernen und zu planieren, Aussichtstürme müssen geschlossen werden, Doppeldeckerbusse mit Panoramablick müssen sofort aus dem Verkehr gezogen werden, alle Hilfsmittel, die solche Blicke erst ermöglichen, müssen schnellstens eingezogen und verschrottet werden, z.B Leitern, Gerüste, Ferngläser….usw. usw..
    Es gibt noch viel zutun. (Satire aus)

  2. Pasacondor sagte:

    Den Widerstand gegen das Ablichten der Hausfassade verstehe ich nicht. Jeder Vorübergehende oder -fahrende sieht sie. Widerstand gegen eine Fotografiermaschine, die Bilder nicht von der normalen Hausansicht, sondern aus 280 cm Höhe hinter Mauern, Hecken und Buschwerk schießt, kann ich verstehen. Da igeln sich manche Mitmenschen auf ihrem Grundstück ein, das muss ich nicht verstehen und dann werden sie da herausgeholt mit nicht alltäglichen Mitteln. Das finde ich fragwürdig.
    Gruß
    Pasacondor

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