Social Communites sind derzeit ein großes Thema, nicht nur in den klassischen Medien, auch auf Kongressen und Tagungen. Erst vor einigen Tagen fand in Köln der Social Community Day statt. Eine äußerst interessante Veranstaltung, auf der unter anderen über die Chancen und Risiken der zunehmenden Vernetzung diskutiert wurde. Die Chancen standen iM Vordergrund, was ich ganz angenehm fand.

Richtig spannend fand ich eine Begegnung mit Schülern eines Gymnasiums aus Oberhausen, die ihr engagierter Lehrer zu SchuelerVZ-Scouts ausgebildet hat. Das Ziel: Die anderen Schüler kompetent zu beraten. Gleichaltrige können soetwas manchmal besser als Erwachsene. Ich war wirklich beeindruckt, wie gut die Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 bis 16 Jahren informiert waren. Sie wussten genau, was sie in den sozialen Netzwerken erwartet, was eher riskant ist, was man besser lässt – und wie man trotzdem Spaß hat. Bemerkenswert!

Die Medienkompetenz ist bei Jugendlichen bei weitem nicht so schlecht wie man annehmen könnte, zumindest nicht mehr. Das hat nun auch die JIM-Studie (Jugend, Information und Multimedia) bestätigt. Wer hier nachliest, erfährt, dass Jugendliche HEUTE vorsichtiger im Netz unterwegs als noch vor einem Jahr. Die jungen Menschen sind kompetenter geworden. Jugendliche nutzen mittlerweile gezielter die zur Verfügung stehenden “Privacy Optionen”.

Der Medienkonsum nimmt zu, der Anteil des Internet besonders. Jugendliche verbringen laut Studie aktuell 138 Minuten pro Tag im Internet, sie nutzen diese Zeit überwiegend zur Kommunikation. Communities und Instant Messenger stehen besonders hoch im Kurs. Soziale Netzwerke sind besonders populär: Jeder Zweite zwischen 12 und 19 Jahren loggt sich täglich in seiner Online-Community ein, die meisten von ihnen sogar mehrmals täglich. Der Austausch über Bilder, Einträge, Kommentare und Statusmeldungen über soziale Netzwerke ist somit die am häufigsten verwendete Kommunikationsform im Internet.

Die Studie ist interessant, weil sie Trends aufzeigt – und auf einer soliden Datenbasis beruht. Diesmal wurden mehr als tausend Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren zu ihrer Mediennutzung befragt – und es ergeben sich durchaus jedes Jahr neue Trends. Dieses Jahr bemerken die Herausgeber der Studie eine positive Entwicklung des Problembewusstseins bei Jugendlichen.

Eins würde ich mir von solchen Studien allerdings auch mal wünschen: Warum werden eigentlich so selten die positiven Seiten der Mediennutzung ausgeleuchtet? Warum kommen so oft die Risiken, aber so selten die Chancen zur Sprache? Man kann sich nicht auf der einen Seite ständig über Fachkräftemangel im IT-Bereich beklagen, auf der anderen Seite aber vor allem Risiken und Gefahren der neuen Medien thematisieren. Es muss sich die Haltung zu den neuen Technologien ändern.

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