Das ist schon interessant: Mit juristischen Mitteln kann man Wikileaks nicht so richtig beikommen, jedenfalls nicht schnell und effektiv (so ist das im Internet halt). Also werden andere Seiten aufgezogen.

Wikileaks musste diese Woche eine Menge Tiefschläge einstecken. Erst hat Amazon das Portal vor die Tür gesetzt. Für alle, die es nicht wissen: Amazon verkauft Speicherplatz und Serverkapazitäten im Internet – und ist einer der wichtigsten Partner vieler Startups und Onlinedienste. Auch Wikileaks hat die Dienste von Amazon in Anspruch genommen, gegen entsprechende Bezahlung. Nun hat Amazon dem Portal gekündigt.

Kann vorkommen. Nun aber hat auch Paypal Wikileaks die Freundschaft gekündigt. Wikileaks bezieht über Paypal Spenden aus aller Welt. Da wollte Paypal nicht mehr mitmachen und hat nun den Stecker gezogen – angeblich, weil Wikileaks illegale Aktivitäten betreibe.

Dann waren da diese Woche noch die Denial of Service Attacken (DoS) auf Wikileaks, die den DNS-Provider in Bedrängnis gebracht haben, so dass der DNS-Provider Wikileaks ebenfalls die Freundschaft gekündigt hat. Wikileaks war stundenlang nicht oder schwer zu erreichen und musste mehrmals die Domain wechseln.

Mir kann niemand erzählen, dass das Zufall ist. Das klingt doch nach einer konzertierten Aktion. Hier zieht garantiert jemand die Fäden, und es sollte niemanden wundern, wenn es sich dabei um den US-Geheimdienst handelt. Man braucht schon eine gewisse Macht (man könnte auch Überzeugungstalent sagen), um Unternehmen wie Amazon oder Paypal dazu zu bewegen, einen Vertrag zu kündigen. So etwas kommt extrem selten vor.

Wir dürfen gespannt sein, wie das weiter geht. Auf Dauer wird man Wikileaks nicht abschalten können, so viel steht fest.

4 Kommentare
  1. Claudia
    Claudia sagte:

    Warum erfolgt die Hetzkampagne erst jetzt und nicht schon früher, als die Afghanistan und Irak Dokumente veröffentlicht wurden?

    In meinen Augen waren diese Enthüllungen wesentlich spektakulärer.

    Oder kann es sein, dass damit die nächste angekündigte Veröffentlichung, die den Banken- und Pharma-Bereich betrifft, verhindert werden soll?

  2. wikilügen
    wikilügen sagte:

    Ja, so ist das, wenn man das Maul zu weit aufreist, und sich anmaßt jemanden -egal ob Wahr oder Unwahr-, an den Pranger stellt. Es kann nicht angehen, das soetwas Schule macht, und es Tausende von Nachahmern gibt, die dann schreiben dürfen was sie wollen, und über wen sie wollen? das wäre einerseits gegen die Vernunft in allen Ehren, und andererseits ein Wirrwar von Daten, die wir als Leser nicht nachvollziehen könnten. Aber es soll ja Leute geben, die alles glauben, was bspw. einem übers Fernsehen sugerriert wird. Arme Leute! Bald wäre man da seines Lebens nicht mehr sicher, wenn jeder über jeden falsche oder richtige Infos einstellen würde. Wer prüft das? wer steht für den Wahrheitsgehalt gerade? wer darf und wer darf das nicht? das alles sind Fragen die niemand beantworten kann, und wo solche Freaks dann die schlechte Seite des Internets favorisieren würden. Das darf nicht sein, also weg damit !
    Und mal ganz ehrlich Herr Schieb!? wäre Ihnen das lieb, wenn man Ihr Pribvatleben auseinander nehmen würde, und dieses dann unter Wikileaks einstellen würde!? mit Sicherheit würden Sie das nicht wollen, oder würden WL zu Rechenschaft ziehen. Kein Mensch kann das wollen, das andere über jemand herziehen, ohne das dieser sich rechtfertigen kann. Ich vergleiche das mit den chinesischen Machthabern, denen ihre Dikatur wichtiger ist, als der einzelne Mensch je sein wird. So ist es, und nicht anderst !

  3. hollywooth
    hollywooth sagte:

    So ist das, wenn man den Mond anbellt. Man wird strafbarer Handlungen bezichtigt, ( der Vergewaltigung gar) und es wird versucht, die gegebenen Infos zu blockieren. Denmach sind die Informationen wohl richtig, aber sehr peinlich…..

  4. CyberDoc
    CyberDoc sagte:

    Hat jemand ernsthaft geglaubt, die Amis lassen sich in die Karten schauen und wehren sich nicht? Und ratet mal, wo die Betreiber von Ebay, Paypal, Amazon, EveryDNS usw. sitzen. Es wird nicht mehr lange dauern, bis Google und Yahoo Wikileaks aus ihrem Index verbannen oder Nutzer direkt auf gefakte Seiten leiten.

    Wie wir spätestens seit dem Krieg im Irak wissen, ist auch westlichen Demokratien keine Lüge zu billig, um völkerrechstswidrige Kriege zu legitimieren. Folter wird als notwendiges Mittel zum Zweck verteidigt, Menschen ihrer Rechte beraubt und Kollateralschäden billigend in Kauf genommen. Das ganze wird als Kampf für die Freiheit und gegen das Böse deklariert. Man könnte beliebig lange weitere Beispiele benennen. Und der vielfach zitierte Qualitätsjournalismus ist williges, käufliches – positive redaktionelle Beiträge gegen Werbeaufträge – Verlautbarungsinstrument dieser Politik.

    Und da kommt jetzt Wikileaks und meint, die Welt verbessern zu können! Nichts brauchen Machthaber dringender als Geheimnisse; und nichts braucht die etablierte Presse weniger als Medien, aus denen man „umsonst“ informiert wird.

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