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Man kann sich sozialen Netzwerken mit anderen Leuten treffen und austauschen, man kann sein Leben öffentlich machen – oder nur ein paar Gedanken. Allerdings ist Facebook längst mehr als ein virtueller Treffpunkt. Facebook will jedenfalls immer mehr sein, bietet immer mehr Funktionen und Serviceleistungen an. Jetzt will Facebook auch noch zum virtuellen Kinosaal werden.

Vorhang auf: Kinofilme bei Facebook

Seit gestern (Dienstag, 08.03.2011) kann man sich in Facebook den Kinofilm „The Dark Knight“ anschauen, den Batman-Film mit dem verstorbenen Schauspieler Heath Ledger. Das Hollywood-Studio Warner hat den Film aus dem Jahr 2008 offiziell auf seine Facebook-Seite gestellt. Derzeit können allerdings nur Amerikaner den Film anschauen. Kostenpunkt: 30 Facebook Credits, umgerechnet rund drei Dollar.

Für diesen Preis können sich Facebook-Benutzer den Film 48 Stunden lang beliebig anschauen, vor- oder zurückspulen inklusive. Ein Herunterladen oder Brennen auf DVD ist nicht möglich. Das neue Angebot ist ein reines Streaming-Service: Man muss online sein und sich den Film dann direkt anschauen.

Eigene Währung: Bezahldienst in Facebook

Facebook probiert Bezahldienste aus. Benutzer werden künftig häufiger zur Kasse gebeten und sollen Dienstleistungen in der eigens eingeführte Währung „Facebook Credits“ bezahlen. So werden auch Onlinespiele in Facebook künftig mit Credits bezahlt, ebenso andere digitale Inhalte. Facebook will künftig mitverdienen.

Facebook und Warner testen gemeinsam, ob und wie das neue Angebot angenommen wird. Besonders innovativ ist die Idee freilich nicht: Es gibt längst diverse Anbieter, die Filme online zum Anschauen zur Verfügung stellen. Ob Amazon, Apple, Youtube oder diverse DVD-Versender: Sie alle bieten in den USA die Möglichkeit, Filme online „auszuleihen“ und sich innerhalb einer bestimmten Zeit beliebig oft anzuschauen.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Trend auch nach Deutschland schwappt. Auch hier kann man sich bereits vereinzelt Filme gegen Bezahlung online anschauen, bei Apples iTunes zum Beispiel, aber auch auf Plattformen wie maxdome.de. Bislang nutzen nur wenige Menschen diese Angebote.

Immer mehr Werbung: Spam im sozialen Netzwerk

Auch das Thema Spam verlagert sich zunehmend in die sozialen Netzwerke. Das Aufkommen an Werbepost, Spam-Mails, nimmt seit einer Weile erfreulicherweise ab. Die Filter werden immer besser, immer weniger Spam-Nachrichten kommen bei den Leuten an – und die reagieren immer besser: Sie ignorieren die Mails, löschen sie. Aber dafür versuchen es die Spammer immer öfter in den sozialen Netzwerken, allen voran in Facebook. Hier warten 600 Millionen potenzielle Opfer.

Das Prinzip ist ganz ähnlich wie bei einer Spam-Mail: Es wird verursacht, Interesse zu wecken und die Leute dazu zu bekommen, einen Link anzuklicken. Wenn sie dann erst mal auf einer Webseite landen, ist alles möglich, vom Verkauf von Produkten wie Potenzpillen über Betrügereien bis hin zum Verteilen von Viren und Würmern.

Deshalb tarnen die modernen Spammer ihre Nachrichten in Meldungen, die auch von einer Person kommen könnten, von einem Freund eben – und versuchen, diese Nachrichten auf den Pinnwänden von möglichst vielen Personen auftauchen zu lassen. Sie legen im großen Stile Fake-Profile an, also Nutzerprofile von Personen, die es gar nicht gibt – und bemühen sich darum, mit möglichst vielen Menschen befreundet zu sein. Sind sie erst mal befreundet, können sie den Personen Nachrichten auf die Seiten spülen, die dann wiederum nicht nur von den Betroffenen, sondern auch wieder von deren Freunden oder Freundesfreunden gelesen werden. Der Schneeballeffekt ist in sozialen Netzwerken fast größer als bei E-Mails, die Aufmerksamkeit sowieso.

Benutzer müssen von sozialen Netzwerken sollten darauf vorbereitet sein, dass immer öfter auch Werbenachrichten in den sozialen Netzwerken auftauchen. Experten sind sich einig, dass sich dieser Bereich zu einem echten Problemfeld entwickeln wird: Soziale Netzwerke, allen voran Facebook werden mit Werbebotschaften und unlauteren Angeboten überschwemmt werden. Es dürfte eine große Herausforderung für Facebook werden, das zu unterbinden – leicht ist es nicht.