Das iPhone von Apple ist sehr beliebt – weil es so viel kann. Auch den aktuellen Aufenthaltsort ermitteln. Das kann praktisch sein, wenn man in einer Onlinekarte nachschauen möchte, um sich zu orientieren. Das kann indiskret sein, wenn das Handy das ungefragt macht – und auch noch speichert.

Genau das ist aber beim iPhone der Fall: Wie zwei Tüftler herausgefunden haben, ermittelt das iPhone nicht nur ständig die aktuelle Aufenthaltsposition – das war bekannt –, sondern merkt sich diese Information dauerhaft. Je-desmal, wenn das teure Smartphone mit dem eigenen Rechner verbunden und synchronisiert wird, landen die sensiblen Daten auf der Festplatte – und werden dort dauerhaft gespeichert.

Es entstehen ungeheure Datenmengen. Weil die Bewegungsdaten unver-schlüsselt gespeichert sind, kann jede Software diese Daten auslesen und auswerten. Wie einfach das ist, zeigt ein Beispielproramm, iPhone Tracker. Es zeigt in einer Onlinekarte, wo man gewesen ist, auch wann – und wie oft. Zwar nicht auf den Meter genau, aber in welcher Stadt, in welcher Straße man war, lässt sich mühelos nachvollziehen.

Ein Skandal, finden Datenschützer – und das diesmal zu Recht. Denn Apple hat das nicht als Feature verkauft, sondern macht es einfach, ungefragt, und legt die Daten dann auch noch dilettantisch unverschlüsselt auf der Festplatte ab.

Da fragt man sich: Warum ermittelt Apple diese Daten? Werden sie vielleicht längst genutzt – und keiner weiß es? Apple muss nicht nur rasch Antworten liefern, sondern das Problem auch so schnell wie möglich beseitigen.

Bericht über iPhone-Schnüffelei in der Tagesschau

6 Kommentare
  1. Jörg Schieb
    Jörg Schieb sagte:

    Danke für dieses wertvolle Feedback! Finde ich gut – und Sie haben Recht! Die Beweggründe sind letztlich in der Tat irrelevant, aber manchma hilft es, den anderen zu verstehen. Deswegen ist die Frage zumindest durchaus sinnvoll.

  2. melchior blausand
    melchior blausand sagte:

    Sehr geehrter Herr Schieb,
    ich habe soeben Ihr Interview im Ersten gesehen. Ich muss sagen, in meinen Augen haben sie ganz schön geweichspült:
    Auf die Frage, wozu Apple diese Daten sammelt, hätten Sie klarstellen müssen, dass es völlig Wurscht ist, was Apple vorhat, und dass das Unternehmen da auch nichts mehr erklären braucht. Die Daten unverschlüsselt und für alle Begehrlichkeiten offen auf den Benutzerfestplatten vorzuhalten, ist ungeachtet der insgesamt ziemlich rückständigen Gesetzeslage ein Grund, deutlichere Worte gegen den anachronistischen Geheimniskrämer aus Kalifornien zu finden.
    Werden Sie also bitte nicht müde, die ganze verschlafene Nutzerschaft (nicht nur von Apple, sondern von privatwirtschaftlichen IT-Dienstleistern und Produktherstellern überhaupt) wachzurütteln und mit der Nase auf deren hohe Eigenverantwortung zu stoßen!
    Das wäre mein Anliegen an Leute von Ihrer Kragenweite.

  3. Uwe Beuslein
    Uwe Beuslein sagte:

    Hallo Hr. Schieb
    Ich finde ihren Ansatz warum speichert Apple diese Daten gut,aber sie könnten auch darauf hinweisen das man durch verschlüsseln des Backup nicht an die Daten heran kommt.
    Weiter so mit ihren guten Infos für das WWW.

    Gruss

    Uwe Beuslein

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] muss sich schon ein bisschen wundern: Da hagelt es regelrecht aus aller Welt Kritik an einer Funktion im iPhone, immerhin einer der wichtigsten Umsatzbringer von Apple – und der […]

  2. […] etwas Faszinierendes, sich auf dem iMac in einer Karte ansehen zu können, wo ich mit meinem iPhone in den letzten Monaten gewesen bin (und auch wann und wie oft): Angesichts der Tatsache, dass ich davon nichts wusste und mein iPhone […]

  3. […] etwas Faszinierendes, sich auf dem iMac in einer Karte ansehen zu können, wo ich mit meinem iPhone in den letzten Monaten gewesen bin (und auch wann und wie oft): Angesichts der Tatsache, dass ich davon nichts wusste und mein iPhone […]

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