Es ist jedes Mal dasselbe: Wenn die Nachrichten von einem Thema beherrscht werden wie derzeit vom Tod des Terrorchefs Osama Bin Laden, dann nutzen Cyberkriminelle das allgemeine Interesse an dieser Thematik geschickt aus.

So kursiert bereits ein Wurm in Facebook, der den Empfängern ein Video mit Bildern von der Tötung Osama Bin Ladens verspricht. Die Empfänger sollen einen Link anklicken oder ihn kopieren und im Browser einfügen, landen dann aber auf einer Webseite mit betrügerischen Absichten. Vom versprochenen Video ist da keine Rede mehr.

Das Problem: Die Rechnung geht auf. Viele arglose User fallen darauf rein. Dabei warnt selbst das FBI vor diesem tückischen Wurm.

Dahinter steckt eiskaltes Kalkül der Cyberkriminellen: Viele interessieren sich für Fotos oder Bilder zum Thema, die möglicherweise exklusiv im Netz kursieren und in den traditionellen Medien (noch) nicht gezeigt werden. Die Neugierde ist groß. Der Reflex: E-Mail öffnen und Anhang angucken. Doch wer das macht, hat schon verloren.

Schon in der Vergangenheit wurde die Bekanntheit von Bin Laden ausgenutzt. Lange Zeit kursierte ein Wurm, der behauptet, die USA hätten Osama Bin Laden verhaftet und verweist auf die Fotos im Anhang. Doch da verbirgt sich in Form einer kleinen, aber folgenreichen ausführbaren Datei ein Trojaner. Wer ihn aktiviert, infiziert seinen PC. Später wird weitere Malware nachgeladen, ein Programmcode, der den Benutzer ausschnüffelt oder den PC missbraucht.

Solche Cyber-Attacken sind heutzutage an der Tagesordnung. Es gab sie auch schon nach den Anschlägen am 11. September, aber auch nach anderen Großereignissen. Die Cyberkriminellen reagieren schnell, kennen die Schwächen der Internetbenutzer, wollen die Neugierde ausnutzen – und leider klappt das auch recht häufig.

Deshalb: Wer unverlangt E-Mails zugeschickt bekommt, sollte grundsätzlich vorsichtig sein, erst recht, wenn sie Anhänge haben. Solche E-Mails am besten gar nicht öffnen, die Anhänge sind tabu.