Es gibt Dinge in der Onlinewelt, die berühren das „echte Leben“ nicht. Andere reichen bis in unser Leben hinein, zum Beispiel die sogenannten Facebook-Partys. So werden Treffen genannt, die online bei Facebook angekündigt werden. Danach treffen sich zahllose Menschen an einem bestimmten Platz, der öffentlich bei Facebook verabredet wurde, um sich zu feiern oder zu demonstrieren.

Das Problem: Es kommen viele, manchmal sogar sehr viele. Das stört die öffentliche Ordnung – und eigentlich müssten solche Veranstaltungen angekündigt werden, bei der Stadt. Schließlich muss auch die Polizei wissen, ob sie vor Ort sein muss, von anderen Dingen wie Versicherungsschutz, Haftung etc. mal ganz abgesehen.

Und weil oft so viele Menschen kommen, wenn in Facebook eine Party angekündigt ist, wird nun seitens der Politik der Ruf laut nach einem Verbot solcher Facebook-Partys.

Ein Verbot? Was genau ist gemeint? Solche Massenveranstaltung sind meines Wissens sowieso verboten, zumindest solange sie keine spontanten politischen Demonstrationen sind – und die will man doch wohl nicht ernsthaft verbieten wollen?

Eine typische Reaktion auf etwas, was einem unheimlich ist: Verbieten.

Dabei wird sich die Sache von selbst erledigen. Die 100. Facebook-Party ist unter Garantie nicht mehr spannend und originell genug, damit dort Hunderte von Menschen auflaufen. Auch werden die traditionellen Medien aufhören, darüber zu berichten, auch das wird die Aufmerksamkeit deutlich reduzieren – und damit das Problem.