Die Deutschen sind SMS-Weltmeister: Allein im vergangenen Jahr wurden rund 41 Milliarden Kurznachrichten verschickt. Und das trotz mitunter gepfefferter Preise: Ohne Spezial-Tarif oder Flatrate zahlt man ohne weiteres bis zu 29 Cent pro SMS-Nachricht. Diese Zeiten könnten allerdings bald vorbei sein, denn jetzt kommt ein Anbieter nach Deutschland, der kostenlose SMS verspricht.

In den USA nutzen bereits mehrere Millionen User den kostenlosen SMS-Service von Pinger. Wer mitmachen möchte, muss sich registrieren und eine spezielle Software laden. Es gibt Apps für iPhone, iPod Touch, iPad und Android. Andere Smartphones und Geräte sollen folgen. Auch im Web lässt sich Pinger nutzen.

Jeder bekommt eine eigene 0157-Rufnummer für SMS

Das Prinzip ist einfach: Nach dem Einrichten des eigenen Kontos werden einem zur Begrüßung 100 Punkte gutgeschrieben, die zum Verschicken von Gratis-SMS verwendet werden können. Außerdem erhält man eine 0157-Rufnummer, über die ganz reguläre SMS-Nachrichten empfangen werden können. Für jede empfangene SMS-Nachricht erhalten Pinger-User 10 Punkte, jede SMS-Nachricht, die verschickt wird, kostet 10 Punkte. Wer mindestens so viele SMS-Nachrichten empfängt wie er verschickt, kann den Service vollkommen gratis nutzen. Auch Nachrichten an andere Pinger-User werden dem Punktekonto nicht belastet, außerdem können diese Nachrichten länger sein und Bilder enthalten.

Mit Pinger kann man auf mehreren unterschiedlichen Geräten seine SMS-Nachrichten verwalten und bekommt sie immer übersichtlich angezeigt, so wie man das vom iPhone kennt. Auch auf dem PC lassen sich SMS-Nachrichten verschicken und empfangen, es gibt schon eine Menge Vorteile, so ein System zu benutzen. Man muss aber eben nur darauf achten, dass die regulären SMS-Nachrichten sich in punkto Aussand und Empfang die Waage halten.

Refinanziert durch Werbung – nicht in der SMS

Der kostenlose Service wird über Werbung finanziert, die innerhalb der App oder auf der Webseite von Pinger erscheint, während man seine Nachrichten verwaltet. Eine insgesamt vergleichsweise zurückhaltende Art der Werbung. In den USA nutzen bereits mehrere Millionen Menschen diesen Service, dort kann man übrigens nicht nur kostenlos Nachrichten verschicken, sondern auch kostenlos telefonieren. Das ist bei uns in Deutschland zunächst nicht geplant.

Die klassische SMS bekommt zunehmend Konkurrenz. Für Smartphones wie iPhone, Blackberry, Android und Co. gibt es mittlerweile mehrere komfortable Apps, die als Alternative zur SMS taugen. Mit Onlinediensten wie WhatsApp oder MySMS lassen sich Kurznachrichten viel komfortabler verschicken. Die Nachrichten sind beliebig lang, man sieht, ob der Empfänger online ist, man kann Fotos, Videos, Ortsdaten oder Sprachnachrichten mitverschicken.

Interessante Alternativen

Das Versenden auf dem Smartphone ist grundsätzlich kostenlos, wenn Sender und Empfänger dieselbe App verwenden. Deswegen setzen sich die Kurznachrichten-Apps immer mehr durch – und könnten der guten alten SMS mittel- bis langfristig zu schaffen machen. Kann nichts schaden, denn auch Kurznachrichten sollten mit der Zeit gehen – und moderner werden.

Auf lange Sicht wird die klassische SMS dadurch überflüssig, nicht nur wegen der Kosten, die man einsparen kann, sondern auch wegen des Komforts. Es ist einfach praktischer, wenn man alle Nachrichten in einer praktischen Übersicht sehen kann, nicht nur auf dem Handy, sondern bei Bedarf auch auf dem Computer oder iPad. Wer das zwei, drei Mal genutzt hat, will es nicht mehr missen. Außerdem sind die neuen Nachrichten längenmäßig und inhaltlich nicht beschränkt – äußerst praktisch.

Kurz- bis mittelfristig hat die SMS aber nichts zu befürchten. Menschen sind Gewohnheitstiere, es dauert eine Weile, liebgewonnene Gewohnheiten abzulegen, und die SMS ist für die meisten Menschen heute einfach eine angenehme Selbstverständlichkeit. Es wird also noch ein Weilchen dauern, bis die letzte SMS ihren Empfänger findet.

4 Kommentare
  1. Robert
    Robert sagte:

    “Die Nachrichten sind beliebig lang, man sieht, ob der Empfänger online ist, man kann Fotos, Videos, Ortsdaten oder Sprachnachrichten mitverschicken.”

    “Es ist einfach praktischer, wenn man alle Nachrichten in einer praktischen Übersicht sehen kann, nicht nur auf dem Handy, sondern bei Bedarf auch auf dem Computer oder iPad”

    Sowas gibt’s schon lange und nennt sich Email!

  2. ulf
    ulf sagte:

    Es gibt doch bereits genüg free-sms anbieter…
    dieses ist zwar eine abgewandelte form, aber dennoch stellt sich die frage, ob die nachrichten nicht analysiert, vermarktet oder sonst was werden- gerade weil hin- und rücknachrihct über diesen dienst ablaufen und der sich durch werbung finanziert. bei den “normalen” anbietern wie telekom etc. bin ich da nicht so kritisch. aber wer weiß was pinger mit unseren daten macht…

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