3D im Wohnzimmer? Irgendwie will sich der Trend nicht durchsetzen. Die Branche hätte es zwar gerne, aber die Konsumenten bocken. Kaum jemand kauft 3D-taugliche Fernseher. Das liegt vor allem daran, dass es gibt nur eine kleine Auswahl an 3D-Filmen auf Blu-Ray gibt. Fernsehen in 3D? So gut wie gar nicht. Zwar können moderne Spielekonsolen heute 3D, aber auch nicht wirklich konsequent. Es gibt nur wenige Spiele, die das 3D-Erlebnis unterstützen – außerdem ist auch hier natürlich das volle technische Equipment erforderlich.

Auch andere Gründe spielen eine Rolle, warum sich 3D nicht so recht durchsetzt. Zum einen ist es nicht besonders kommunikativ, wenn im Wohnzimmer alle eine Brille auf der Nase haben (im Kino ist das was anderes). Zum anderen ist es im Wohnzimmer hell, 3D funktioniert da nicht gut. Und dann wären da noch die nicht unerheblichen Kosten.

Auf der IFA gibt es jetzt aber etwas zu bestaunen, das auch 3D-Skeptiker wie mich zumindest neugierig macht. Da wäre zum einen die 3D-Brille von Sony, die ganz ohne Fernseher auskommt, weil die Monitore im Inneren der Brille versteckt sind. Setzt man die Brille auf, hat man den Eindruck, auf eine Leinwand zu schauen. Alles wirkt plastisch und räumlich. Die Kopfhörer in der Brille versorgen einen mit einem beeindruckenden Surround-Sound. Mit so einer 3D-Brille ist man zwar komplett von der Außenwelt abgeschnitten, aber zumindest ist das 3D-Erlebnis beeindruckend. Ab November für 800 Euro zu haben. Zumindest interessant.

httpv://www.youtube.com/watch?v=14Aa7AZzqKM

Doch damit nicht genug: Es gibt jetzt auch erste 3D-Fernseher (zu kaufen), die 3D-Bilder bieten, ohne dass man alberne 3D-Brillen aufsetzen müsste. Toshiba zeigt auf der IFA so ein Gerät. Man setzt sich davor – und sieht 3D. Beeindruckend. Die Bilder sind kontrastreicher, da sie keine Brille behindert. Allerdings geht der technische Trick auf Kosten der räumlichen Tiefe, die ist nicht so überzeugend wie bei Brillenlösungen.

Manchen dürfte das aber durchaus recht sein, denn allzu viel Räumlichkeit und virtuelle Realität verursacht beim ein oder anderen auch schon mal eine gewisse Übelkeit. Das Risiko ist bei den neuen Geräten eher gering, dafür bieten sie weniger Wau-Effekte.

Man kann wohl nicht alles haben. Dafür kann man sich bei den 3D-Fernsehern der neuesten Generation mit mehrere Leuten vor den Fernseher setzen und gleichzeitig schauen – ganz ohne Brille. Allerdings muss man in einem bestimmten Winkel vor dem Display sitzen. Allerdings kostet der Spaß kostet rund 8.000 Euro.

2 Kommentare
  1. motus
    motus sagte:

    Was wiegt das Monsterteil? – Mir tut die Nase schon vom Hinsehen weh…

    Meine Meinung zu 3D:
    In den 70er Jahren (die älteren unter uns werden sich erinnern…) hat die HiFi-Industrie alle Hebel in Bewegung gesetzt, uns anstelle der Stereophonie die Quadrophonie schmackhaft zu machen.
    Neue Geräte, vier statt zwei Lautsprecher, andere Tonträger wären notwendig gewesen.
    Lediglich der dumme Kunde hat diese Segnungen nicht annehmen wollen und so verschwand das Ganze wieder sang- und klanglos, im wahrsten Sinne des Wortes.
    Immerhin in Form der diversen Surround-Anlagen für Heimkinofreaks fristet die Weiterentwicklung dieser Technik ein eher bescheidenes Dasein.
    Und so wird es auch dem 3D-Fernsehen ergehen:
    Wenn ich wirklich mal Lust auf die volle Effekte-Dröhnung verspüren sollte, dann gehe ich ins Kino und genieße das in vollen Zügen und ganz bewusst.
    Aber der heimische Fernsehapparat ist lediglich Hintergrundberieselung und gelegentlich Anlass zum Ablästern über die Qualität des dargebotenen Programms.

    Gruß, Motus

  2. Thomas Scherzberg
    Thomas Scherzberg sagte:

    Hallo Joerg,
    haben Sie die Brille bereits selbst mal benutzt? Welche Geraete in der Naehe sind erforderlich? Ist ein WLAN-Netz fuer die Uebertragung zustaendig oder wie wird das bewerkstelligt?

    Dann noch ein kurzes Meinungsstatement: Waere ein Einsatz dieser Technologie im medizinischen Bereich, Telemedizin, hilfreich und denkbar?

    Waere toll, denn dann kann man auf Industrieprodukte als Teilloesung setzen.

    Viele Gruesse

    Thomas Scherzberg

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