Die EU-Kommission will deutlich mehr Datenschutz in Europa. Diese Woche hat Justizkommissarin Viviane Reding die Pläne für die geplante Verordnung vorgestellt. In allen EU-Ländern soll derselbe Datenschutz gelten. Wir sollen künftig das Recht haben, nicht nur zu erfahren, was Unternehmen oder Onlinedienste über uns speichern, sondern auch ein Recht auf Vergessen haben.

Es soll also jederzeit möglich sein, einzelne Daten wieder zu löschen – dauerhaft und tatsächlich, und nicht, wie Facebook das bislang gerne macht, ein bisschen Löschen, aber eigentlich sind die Daten noch vorhanden.

Es sind gute Ideen darunter. Vor allem, dass sich amerikanische Anbieter nicht mehr damit rausreden können, ihre Server stünden in den USA und damit gelte amerikanisches Datenschutzrecht. Das soll ein Ende haben – und ist auch wirklich überfällig. Wer in Europa mitspielen will und hier ordentlich Geld verdient, soll auch nach unseren Regeln spielen. Das würden sich die Amerikaner andersherum auch nicht bieten lassen.

Leider gibt es auch ein paar unrealistische Ansätze in der Verordnung, vor allem den Datenschutz in Unternehmen allgemein, ein bisschen zu viel Zentralismus. Aber die Diskussion beginnt – und am Ende haben wir garantiert mehr Datenschutz für Konsumenten. Mehr Transparenz. Mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten. Und das ist gut so.