Beim ersten Hinhören klingt es, als ob sich jemand an der Gitarre versucht, ein bisschen an den Saiten zupft… Aber schon nach einer Weile klingt das Experiment erstaunlich harmonisch. Wer sich noch etwas geduldet, der hört richtig gute Musik, und zwar nicht weniger als das Präludium der Cello Suite Nummer eins von Johann-Sebastian Bach – als Klangvisualisierung.

Unter www.baroque.me kann jeder das Experiment selbst machen. Auf dem Bildschirm erscheint eine rote Seite. Zuerst erscheint nur ein Punkt und eine weiße Linie, nachher werden es mehr Punkte – und acht Linien. Jede Linie ist eine stilisierte Saite, sie alle werden von den sich kreisförmig bewegenden Punkten angeschlagen. Und das klingt dann richtig gut…

Während des Spiels verändern sich die Längen der Linien, der Saiten – und damit die Töne, die wir hören. Das Ganze ist ein Kunstprojekt: Ein Visualisierungskünstler stellt mit modernen Mitteln barocke Musik da. Das sieht nicht nur gut aus, das klingt auch gut. Und mitmachen kann man auch: Wer mag, kann die sich bewegenden Punkte mit der Maus ergreifen und verschieben. Dann ändert sich die Musik… Vermutlich nicht immer im Sinne von Johann-Sebastian Bach, aber der hört das ja nicht – und hätte vielleicht auch Spaß an dieser spielerischen, gelungenen Art, sich klassischer Musik zu nähern.

www.baroque.me