Diese Woche waren alle ganz aufgeregt: Mit „Flame“ ist ein Computervirus ganz neuer Qualität ans Tageslicht gezerrt worden. Flame kann eine Menge, nämlich Mikros in PCs einschalten und so Gespräche belauschen, Aufnahmen vom Bildschirm machen und so Dokumente klauen – oder auch Chatprotokolle erstellen und vieles andere mehr. Denn Flame holt sich bei Bedarf weitere Anweisungen bei seinem Auftraggeber ab.

Seit August 2010 soll es Flame bereits geben, aber lediglich rund 5000 Computer sind derzeit befallen. Das spricht dafür, dass Flame sehr gezielt eingesetzt wird. Seine ausgesprochen elegante Programmierung und die Tatsache, dass Spuren perfekt verwischt werden und der Urheber so kaum nachzuweisen ist, lassen Spekulationen ins Kraut schießen, wer dahinter steckt.

Ein Geheimdienst, so viel dürfte klar sein. Auch wenn sich Flame nicht für ganz normale Computerbenutzer interessiert: Grund zum Aufatmen gibt es trotzdem nicht. Denn Flame zeigt eindrucksvoll, was moderne Programmierkunst heute ermöglicht, wenn keine Dilettanten am Werk sind, sondern Profis – und ausreichende Budgets zur Verfügung stehen. Staatlich verordnete Schnüffelei ist also durchaus denkbar und machbar. Das sollte uns zu denken geben.