Vergangene Woche war es ein bisschen hektisch im Netz: Rund 3000 Provider aus aller Welt haben ganz offiziell damit begonnen, IPv6 zu unterstützen. Eine neue Methode, wie Geräte mit dem Internet verbunden werden. Jedes Gerät hat eine eindeutige IP-Adresse, bislang eine 32-Bit-Adresse (IPv4), in Zukunft eine 128-Bit-Adresse (IPv6). Das bringt eine Menge neue Möglichkeiten mit sich. So reichen die neuen Adressen aus, es sind so viele (340 Sextillionen!), um jedem Gerät auf der Erde, selbst jedem Kleidungsstück eine eigene, einmalige, sich nie ändernde IP-Adresse zuzuteilen.

Das wiederum macht Datenschützern Sorge. Sie befürchten den gläsernen User, weil sich nachvollziehen lässt, wann welches Gerät online gegangen ist. Stimmt schon. Aber die IP-Adressen lassen sich auch verschleiern, mit einer Technologie namens “Privacy Extension”. Außerdem können Provider auch in Zukunft privaten Usern jedes Mal eine andere IP-Adresse zuweisen. Die Vorteile des neuen IPv6 überwiegen eindeutig. Mehr als das: Die zügige Einführung von IPv6 ist zwingend erforderlich, anderenfalls wird es nämlich mächtig eng im Netz.

Niemand schaltet jetzt einfach das alte Internet ab, wie es mitunter zu hören oder zu lesen war. Das ist falsch. IPv4 und IPv6 werden einige Jahre lang parallel laufen, ohne dass man als normaler Computerbenutzer davon groß etwas merkt. Denn moderne Betriebssysteme, Geräte (PCs, Smartphones, WLAN-Router) sowie Software sind längst auf IPv6 eingestellt und kommen damit klar.

Anderes Thema: Gerüchten zufolge plant Apple einen eigenen Online-Kartendienst. Das würde dann bedeuten, dass Google Maps von den “i”-Geräten verschwinden. Bislang sind die Google-Dienste auf jedem iPhone und iPad voreingestellt. Aber mit Onlinekarten kann man ordentlich Geld verdienen – und da verdient Apple lieber selbst als Google beim Verdienen zu helfen, so die Mutmaßung. Klingt sehr plausibel, finde ich.

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Google ist durch die Meldung jedenfalls mächtig aufgeschreckt und hat diese Woche interessante Erweiterungen für Google Earth bekanntgegeben. Von vielen Städten, vor allem in USA und Europa, soll es künftig schicke 3D-Ansichten geben. Ein Video zeigt schon mal, wie beeindruckend das aussehen wird. Dazu schickt Google extra Flugzeuge mit Spezialkameras über die Städte und macht entsprechende Aufnahmen. Jedes einzelne Gebäude steht dann künftig als 3D-Ansicht zur Verfügung und kann aus jedem Winkel betrachtet werden. Schick – und praktisch. Wann Google damit kommt, steht noch nicht fest.

Zum Schluss möchte ich noch auf Wikipedia zu sprechen kommen. Das Online-Lexikon kennt nun wirklich jeder und hat zweifellos die Art und Weise verändert, wie wir etwas nachschlagen – eben online, im Internet. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales hatte deshalb vor einer ganzen Weile die Idee, Wikipedia zum Unescso Kulturerbe zu machen. Auf den Webseiten von Wikipedia findet sich eine Online-Petition. Hier werden Unterschriften gesammelt, die der Unesco vorgelegt werden sollen. Wie gesagt: Kein neues Projekt, aber ein sinnvolles, wie ich finde. Wer Wikipedia mag, sollte das Projekt unterstützen.

1 Antwort
  1. Klaus Minhardt sagte:

    Testen kann man diese schicken Ansichten schon in Stuttgart. Sieht hübsch aus.

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