Mit Skype kann man chatten oder Videokonferenzen abhalten – zum Nulltarif. Bislang galt Skype als abhörsicher und war deshalb sehr beliebt, auch und vor allem in Ländern, in denen es nicht immer ganz ungefährlich ist, seine Meinung kundzutun. Aber auch bei uns ist Skype einer der beliebtesten Kommunikationsdienste. Doch die Popularität nimmt gerade Schaden. Denn Skype will künftig enger mit Polizei und Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten. Online-Chats und User-Daten könnten dann bei Bedarf weitergegeben werden – bislang undenkbar bei Skype. Die Behörden bekomme nun bei Bedarf Zugriff auf Kreditkartendaten und Adressen und sind begeistert über die neue Kooperationsbereitschaft. Die User sind es nicht – verständlich.

Eigentlich will Twitter bei den Olympischen Spielen punkten. Denn die Twitter-Manager haben sich eine Menge vorgenommen. Sie wissen ganz genau: Bei einem Großereignis wie den Olympischen Spielen wird jede Menge getwittert. Schließlich braucht die Freude über einen Medaillengewinn ebenso ein Ventil wie der Frust über verpasste Chancen. Der Kurznachrichtendienst dürfte also ein paar hektische Wochen vor sich haben. Allerdings scheint Twitter nicht gut vorbereitet auf den Ansturm.

Am Donnerstag war der Kurznachrichtendienst weltweit für einige Stunden gestört. Millionen Benutzer konnten keine Tweets absetzen und auch keine Nachrichten lesen. Funkstille beim Zwitscherdienst. Au weia, das kann ja heiter werden. Schließlich ist Twitter eine Kooperation mit dem amerikanischen Fernsehsender NBC eingegangen und will eigentlich 20 Stunden am Tag mit aktuellen Nachrichten aus London überraschen. Das wird nicht klappen, wenn der Dienst bei jeder Kleinigkeit in die Knie geht. Derzeit hat sich Twitter in der Disziplin “Verlässlichkeit” ganz sicher keinen Platz auf dem Siegertreppchen verdient.

Auch Kim Schmitz alias Kim Dotcom hat diese Woche für Aufmerksamkeit gesorgt. Der Deutsche mit Wohnsitz Neuseeland hat den Upload-Dienst Megaupload gegründet und deswegen eine Weile im Gefängnis gesessen. Schmitz wehrt sich tapfer gegen die Auslieferung in die USA und trommelt sich mittlerweile auch schon wieder auf die Brust. Kim Schmitz hat ein Musikvideo hergestellt, in dem er für mehr Freiheit im Internet wirbt. Damit schwimmt der umtriebige Geschäftsmann natürlich auf einer Welle: Wer gegen Acta, Sopa und Pipa ist, und das sind viele, der ist natürlich auch für mehr Freiheit im Internet – und damit irgendwie für Kim Schmitz, der sich selbst geschickt mit dem Video und seiner neu gestalteten Webseiten zur Gallionsfigur der Bewegung erklären will. Dabei scheut Schmitz nicht mal davor zurück, US-Präsident Barack Obama direkt und persönlich anzugreifen. Schließlich lässt der sich, aus Sicht von Schmitz, von der Film- und Musiklobby auf der Nase herumtanzen.

Man kann das Selbstbewusstsein von Kim Schmitz nur bewundern – verstehen muss man es ganz sicher nicht.

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