Das Bezahlen mit dem Handy wird langsam, aber allmählich immer beliebter. Doch während die meisten Handyhersteller auf eingebaute NFC-Chips setzen (Near Field Communication), die ein berührungsloses Übertragen von Bezahldaten zwischen Handy und Kasse ermöglichen, setzen andere auf eigene Ideen.

Der Discounter Netto hat im Mai eine eigene App für iPhone, Android und Windows Phone entwickelt, die neben dem Scannen von QR-Codes, dem Führen von Einkaufslisten und dem Einlösen von Rabattcodes auch das bargeldlose Bezahlen an 4000 Märkten ermöglichen soll. Dazu muss sich der Kunde allerdings registrieren, bei dem Postzahlungssystem der Post ein Konto einrichten, seine Personalausweisnummer sowie die Bankdaten hinterlegen.

Nach einer Testüberweisung auf das eigene Konto, die zwei, drei Tage dauern kann, wird das Konto im Smartphone dann freigeschaltet. Dann reicht es aus, beim Bezahlen an der Kasse sein Smartphone zu zücken und einen im Smartphone generierten Code mitzuteilen. Bei jedem Bezahlvorgang muss der eigene PIN eingegen werden, damit keine Fremden mit dem Handy bezahlen können. Bis zu 250 EUR lassen sich damit pro Woche ausgeben. Der Betrag wird dann vom Bankkonto abgebucht.

Andere Bezahlsysteme sind in der Entwicklung, stecken aber zumeist noch in den Kinderschuhen. Smartphones mit NFC-Chip sollen künftig genutzt werden können, um Geldbeträge drahtlos ans Kassenterminal zu übertragen. Der Betrag wird dann dem Bankkonto oder der Kreditkarte belastet. Manche Händler zeigen QR-Codes an der Kasse an, die der Kunde mit seinem Smartphone scannt und so das Guthaben seines Kontos bei diesem Händler reduziert.

Bei einem anderen Verfahren namens Squarewallet bleibt das Smartphone sogar in der Tasche: Sobald der Kunde den Laden betritt, etwa einen Coffeeshop, erscheinen Name und Bild des Kunden im Kassenterminal. Dann reicht es, an der Kasse seinen Namen zu sagen, um etwa ein Getränk zu bezahlen. In den USA wird dieses Verfahren bereits getestet.