Am Ende war der Druck, war die Kritik doch zu groß. Die Telekom hat sich mächtig aus dem Fenster gelehnt mit ihren Drosselplänen, noch unter dem Ex-Chef René Obermann auf den Weg gebracht. Weil es einige DSL-Hooliagens gibt, die maßlos ins Netz gehen, will die Telekom die DSL-Anschlüsse aller Kunden, spätestens jedoch ab 2016 beschränken. Jeder DSL-Anschluss hat dann je nach Tempo ein Inklusivvolumen von 75 GB (bei 16 MBit/Sekunde) bis 400 GB (bei 200 MBit/Sekunde). Wer mehr surft, bekommt eins auf die Finger – und das DSL-Tempo wird gedrosselt, auf 384 KBit/Sekunde.

Begeistert war von dieser Idee eigentlich niemand. Wenig später hat die Telekom immerhin klargestellt, dass man für 10 bis 20 EUR Aufpreis eine echte Flatrate ohne Volumenbeschränkung wird bekommen können. Ansonsten: Drosselung.

Jetzt hat die Telekom bekanntgegeben, die Drosselung auf 2 MBit/Sekunde zu beschränken. Eine Art Kompromiss, ein Friedensangebot könnte man auch sagen. Denn 2 MBit/Sekunde ist so schlecht nicht: Das reicht, um ordentlich zu surfen und E-Mails zu lesen, man kann sogar mühelos Musik-Streaming nutzen – nur Videos in HD-Qualität, das geht ganz sicher nicht mit diesem Tempo. Manche User, die auf dem Land wohnen, sagen: 2 MBit/Sekunde? Das wäre für uns ein Upgrade.

Mit der Ankündigung, auf 2 MBit/Sekunde zu drosseln, hat die Telekom etwas Druck aus dem Kessel gelassen. Was bleibt, ist allerdings die nach wie vor berechtigte Kritik, dass die Telekom die Netzneutralität unterwandern will. Auch darüber wird noch zu diskutieren sein.

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