Gegen den Kommunikationsdienst Skype wird in Luxemburg ermittelt. Er steht unter dem Verdacht, vertrauliche Informationen an die National Security Agency (NSA) übermittelt zu haben.

Skype könnte außer strafrechtlichen Folgen sowie Sanktionen des luxemburgischen Datenschutzbeauftragten und der EU auch eine Geldstrafe erhalten, falls festgestellt wird, dass die Verbindungen zur NSA die Datenschutzgesetze von Luxemburg verletzen. Bereits seit Juni wird gegen den VoIP-Softwarefirma ermittelt, die zu Microsoft gehört.

Stimmen die Vorwürfe, tritt die Firma Seite an Seite zu Yahoo, Google und Apple als eine der Hauptfirmen, die zum NSA-Datenweitergabe beitragen. Die Firma wurde 2005 an eBay verkauft, und 2011 schließlich an Microsoft. Der mehrfache Inhaberwechsel könnte mit zur wachsenden Kooperation mit dem US-Geheimdienst geführt haben.

Als Skype 2003 an den Start ging, war der Dienst für seine sicheren Anrufe bekannt, da die Sprachdaten nicht über ein zentrales Netzwerk gesendet wurden. Die skandinavische Firma erwarb sich schnell den Ruf eines verlässlichen und vertrauenswürdigen Kommunikationsmittels. Eric King, der Forschungsleiter der Menschenrechtsgruppe Privacy International, kommentierte nun, dass Skype-Nutzer dem VoIP-Dienst nicht länger vertrauen sollten.

Die einzigen Verlierer sind die Nutzer. Skype hat für sich Werbung gemacht als fantastisches Werkzeug für sichere Kommunikation rund um die Welt, gab dann aber schnell dem Regierungsdruck nach. Man kann nicht länger darauf vertrauen, dass Skype die Privatsphäre seiner Nutzer schützt.

Der luxemburgische Datenschutzbeauftragte Gerard Lommel lehnte jeden Kommentar ab, mit Hinweis auf die laufenden Untersuchungen. Lesen Sie auch diesen (englischsprachigen) Bericht mit noch mehr Hintergründen im Guardian.

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