Snapchat ist vor allem bei Jugendlichen beliebt. Mit der kostenlos erhältlichen Messenger-App lassen sich Fotos verschicken, die der Empfänger nur für wenige Sekunden anschauen darf. Nach spätestens zehn Sekunden sind die verschickten Fotos wieder gelöscht. Die Fotos lösen sich gewissermaßen von alleine auf. Die Idee dahinter: Daten sollen vergänglich werden. Der Anbieter der Software verspricht den Nutzern ein Optimum an Datensicherheit. Nichts würde dauerhaft gespeichert, vor allem keine Chat-Verläufe oder Fotos.

Doch so wie in jeder Software gibt es auch in Snapchat Sicherheitslücken. Eine ist besonders relevant – und bereits seit über vier Monaten bekannt. Mit gewissen Tricks lässt sich Snapchat dazu überreden, die Telefonnummern seiner Mitglieder zu verraten, auch das wurde bereits öffentlich dokumentiert. Mit einem Trick lassen sich massenhaft die Chatnamen, Aliase und Telefonnummern der Nutzer einsammeln, auch im ganz großen Stil. Über die Telefonnummern ließen sich dann mit vergleichsweise geringem Aufwand den Nutzern Klarnamen zuweisen. Man wüsste, wer hinter den Snapchat-Pseudonymen steckt.

Monatelang haben die Entwickler von Snapchat die bekannte Sicherheitslücke nicht gestopft, alle Warnungen in den Wind geschlagen. Zwar hat das Unternehmen zugegeben, theoretisch wäre es möglich, über eine Schnittstelle an die Nummern zu gelangen – allerdings sei das nicht sonderlich realistisch. Ein Trugschluss: Jetzt haben Hacker die Telefonnummern von 4,6 Millionen Snapchat-Usern ermittelt und veröffentlicht, allerdings um zwei Stellen gekürzt, um einen Missbrauch zu verhindern. Ein peinlicher Patzer für Snapchat, der vermeidbar gewesen wäre. Das seit Monaten bekannte Sicherheitsleck hätte mit wenig Aufwand gestopft werden können.

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