Sascha Lobo gilt als Gallionsfigur der deutschen Netzaktivisten. Auf seiner Rede zur Lage der Nation hat sich Lobo mal das Publikum vergeknöpft. Sonst setzt er sich unermüdlich für ein freies Internet ein, beklagt die Spähaktionen der Geheimdienste und die Untätigkeit der Regierung – und das auch völlig zu Recht.

Diesmal scheltet Sascha Lobo alle, die ebenfalls ein freies Internet wollen, aber nicht allzu viel dafür tun. „Es reicht nicht, eine Online-Petition ins Leben zu rufen oder da mitzumachen“, sagt Lobo. Er ruft auf, sich stärker zu engagieren – vor allem finanziell.

Denn eine straff organisierte Lobby für das freie Internet gibt es nicht. Es gibt viele Aktivisten, viele investieren eine Menge Zeit und Herzblut – aber fast immer nebenbei, neben der normalen Arbeit. Es gibt nur eine Handvoll Vollzeitkräfte. Doch wer es mit den starken Lobbys von Staat, Geheimdiensten und Konzernen aufnehmen möchte, der braucht auch die nötigen Mittel.

Man kann nicht mit einer Nagelschere in der Hand in den Krieg ziehen, wenn der Gegner mit einem Flugzeugträger anrückt. Es müssen mehr finanzielle Mittel her bedeutet: Die User müssen spenden für die gute Sache. Sie müssen Vereine und Initiativen unterstützen, die sich für ihre Sache einsetzen. So wie Tierschutz und Naturschutz im großen Stil Geld einsammelt. Fürs Internet spendet niemand. Bislang. Gut möglich, dass sich das jetzt ändert – nach dem Aufruf von Lobo.