Mal eben schnell im Taschen-Wörterbuch nachschlagen, weil man im Ausland etwas nicht versteht – nicht mehr nötig. Denn Google hat seine Translate-App weiter aufgebohrt. Die neue Version übersetzt jetzt nicht nur Gespräche, die in einer fremden Sprache geführt werden, sondern kann auch Beschriftungen auf Schildern oder Tafeln übersetzen. Direkt im Foto-Display des Handys.

Google hat eine neue Version seiner Google Translate App herausgebracht. Und die kann einiges – unter anderem, Beschriftungen in Schildern übersetzen. Dazu hat Google eine Technologie in seine Translate-App eingebaut, die der Onlineriese vor einigen Jahren eingekauft hat.

WorldLens serienmäßig eingebaut

WorldLens bietet eine erstaunliche Funktion: Wer vor einem Schild mit einem fremdsprachigen Text steht, zückt sein Smartphone, aktiviert die App und hält die Kamera auf das Schuld – und die App übersetzt den Text. Nicht einfach so, sondern baut den Text sogar ins aktuelle Livebild ein. Dieselbe Typo, dieselbe Farbe, identische Schriftgröße. Es hat etwas von Science-fiction. Auf diese Weise lassen sich nicht nur Schilder mit einzelnen Wörter übersetzen, sondern auch Speisekarten und vieles andere mehr. Wer keine perfekte Übersetzung erwartet, der wird nicht enttäuscht sein.

Am besten funktioniert es, einzelne Wörter zu übersetzen. Da auf Schildern selten ganze Sätze stehen, klappt das wirklich prima. In den ersten Versionen von WorldLens konnte man nur Englisch und Spanisch übersetzen. Mittlerweile funktioniert die Live-Übersetzung nicht nur von Englisch zu Deutsch, sondern auch zu Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch und vice versa. Eine Übersetzung Französisch-Deutsch (als Beispiel) ist allerdings – noch – nicht möglich. Englisch ist die Basis. Ein Ausweg: Man fotografiert das Schild, denn hier werden von der App bis zu 36 Sprachen unterstützt.


Das Prinzip von WorldLens: Live-Übersetzungen

Auch Gespräche lassen sich übersetzen

Natürlich: Wer Google Translate benutzt, bekommt keine perfekte Übersetzung geboten. Schon gar nicht, wenn jemand in Umgangssprache spricht. Was die App in der neuen Version aber schon bietet, ist eine gewisse Orientierungshilfe. Die App ist in der Lage, zwischen zwei Sprachen zu unterscheiden. Unterhalte ich mich zum Beispiel in Lissabon mit einem Portugisen auf der Straße, merkt die App, ob gerade portugiesisch oder deutsch gesprochen wird und übersetzt unverzüglich in die jeweils andere Sprache. Und liefert – hörbar! – das Ergebnis. Klappt allerdings nur, wenn es eine Onlineanbindung gibt.

Google Translate ist noch kein Babel-Fisch, aber im Alltag durchaus eine Hilfe. Ich fand die Google Translate App schon immer hilfreich, die jetzt vorgestellte Version ist es erst recht. Man kann wirklich gespannt sein, wie die Ingenieure das weiter entwickeln. Allerdings überlege ich auch: Wenn eine kostenlos erhältliche App schon so etwas hinbekommt, was können dann die algorithmischen Dolmetscher von NSA und Co? Ich mag es mir gar nicht vorstellen…