Google investiert eine Milliarde Dollar in ein Unternehmen, das Satelliten ins All schicken will – um so die ganze Welt mit Internetzugang zu versorgen. Rund zehn Milliarden Dollar soll der Spaß kosten. Google will unbedingt mit dabei sein. Andere Unternehmen wie Facebook ebenfalls. Ein Gerangel um die besten Plätze im All ist in Gang.

Es ist wie eine Mode: Gerade überlegen diverse Unternehmen, wie sie möglichst kostengünstig Raketen ins All schicken könne, um dort Satelliten auszusetzen. SpaceX ist so ein Unternehmen. Laut Wall Street Journal will Google sich hier mit einer Milliarde Dollar beteiligen. Es geht dem Onlineriesen darum, von Anfang an dabei zu sein – und andere aus diesem Geschäft zu verdrängen.

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Google will Marktführer im All werden

Nicht das erste Mal, dass Google Geld für unbescheidene Weltraumpläne ausgibt. Erst Mitte vergangenen Jahres hat Google 500 Millionen Dollar für das Satelliten-Unternehmen Skybox bezahlt, um schneller über hoch aufgelöste Satellitenaufnahmen zu verfügen. Jetzt die doppelte Summe, um bei SpaceX mitzumischen.

Google beteiligt sich damit an ehrgeizigen Plänen. Rund zehn Milliarden Dollar soll es kosten, die Welt per Satellit mit Internet zu versorgen. Fünf Jahre wird es laut SpaceX-Gründer Elon Musk dauern, das Ziel zu erreichen. Musk ist kein Spinner, sondern ein Macher. Musk hat auch das überaus erfolgreich Elektro-Auto Tesla gebaut und davor den Bezahldienst Paypal gegründet, der von eBay gekauft wurde. Bislang ist ihm alles geglückt.

Google investiert eine Milliarde Dollar in Weltraumfirma SpaceX

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Es wird voll am Firmament

Doch nicht nur Unternehmen aus der Hightech-Branche investieren auf die Zukunft im All. Auch Multimilliardär Richard Branson investiert zwei Milliaren Dollar, um ein Satelliten-Netzwerk zur Kommunikation im All aufzubauen. Branson will auch (reiche) Menschen ins All bringen, als eine Art Freizeittrend. Doch das Satelliten-Netzerk liegt ihm auch am Herzen.

Nicht zu vergessen Facebook. Auch Mark Zuckerbergs Social Network will die Welt von oben mit Netzzugang versorgen, allerdings mit Drohnen. Sie alle wollen die Erde flächendeckend mit Internet versorgen. Google schickt bei seinem Project Loon übergroße Ballons in die Stratosphäre. Es ist mächtig was los am Himmel.


Project Loon: Übergroße Ballons versorgen Landstriche mit Internet

Es geht um Wachstum

Man mag sich fragen, wieso gleich mehrere Unternehmen vorhaben, völlig neue Wege zu beschreiten, um Menschen mit Internet zu versorgen. Google und Facebook erwecken in diesem Zusammenhang gerne den Eindruck, sie wollten etwas Gutes tun. Menschen mit Onlinezugang versorgen, die sonst keine Hoffnung auf Anschluss an die sich rasant verändernde Gesellschaft haben. Rund eine Milliarde Menschen sind nach wie vor nicht online. Weil sich niemand drum kümmert. Weil es zu teuer ist.

Da könnten Satelliten-Lösungen tatsächlich helfen. Aber letztlich geht es natürlich um Wachstum (= Geld verdienen). Eine Milliarde Menschen, das ist ein interessantes Wachstumspotenzial. Facebook hat gerade damit zu kämpfen, dass die Leute den Dienst weniger nutzen – jedenfalls nicht mehr so aktiv wie früher. Eine Chance für Unternehmen wie Facebook und Google, denn neue Nutzer sind neue Kunden. Sie nutzen die Onlinedienste. Schauen sich Reklame an. Bringen Umsatz. Wer im All die Nase vorn hat, könnte sie auch bei den Nutzerzahlen haben.