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Fragen und Antworten zu Facebooks neuen AGB

30.01.2015 | Von Jörg Schieb

Tipps

Diese Woche war Facebook ganz groß in den Schlagzeilen: Das Soziale Netzwerk hat über 1,39 Milliarden User weltweit, davon etwa 28 Millionen in Deutschland. Und die müssen sich auf neue AGBs einstellen. die seit gestern (Freitag) gelten. Um die konkreten Änderungen gibt es eine Menge Diskussionen. selbst im Bundestag wurde das Unternehmen dazu befragt. Hat alles nichts genützt, jetzt sind die neuen AGB gültig. Aber was hat sich geändert – und was hat Facebook vor?

Was ändert sich denn mit den neuen AGBs?

Das Gute vorweg: Manches ist sogar besser geworden. Facebook informiert besser denn je, worauf man achten muss, wenn man etwas auf Facebook veröffentlich und gibt dem Benutzer auch mehr und komfortablere Werkzeuge an die Hand, die eigenen Daten, Texte, Fotos abzusichern, damit nur die Leute das zu sehen bekommen, die es auch sehen sollen. Facebook sieht aber alles. Man kann seine Daten nicht vor Facebook verstecken.

Gleichzeitig nimmt sich Facebook aber deutlich mehr Rechte heraus, insbesondere was die Verwendung der erhobenen Daten anbelangt. So hat es Mark Zuckerberg vor allem auf die Ortsdaten abgesehen. Facebook will auswerten, wo wir uns aufhalten und zum Beispiel konkrete Werbung zeigen, die zu unserem Aufenthaltsort passt. Außerdem soll Werbung noch genauer auf unsere Bedürfnisse und Interessen zugeschnitten werden. Dazu werden Daten aus den unterschiedlichsten Kanälen gesammelt und ausgewertet.

Plant Facebook neue Sachen, neue Dienste?

Planen ist gut: Gleich am ersten Tag der neuen AGBs hat Facebook einen neuen Dienst gestartet, der genau zeigt, was ihnen vorschwebt. Facebook Place Tips genannt. Geht man mit seinem Smartphone durch die Stadt, bekommt man Hinweise zu Shops, Restaurants, Galerien gezeigt. Bezahlte Anzeigen. Teilweise sogar schon Speisekarten. Dazu wird der aktuelle Aufenthaltsort ausgewertet.

facebook-monitore

Die neuen AGBs erlauben das. Es erscheinen aber auch nützliche Tipps, etwa über Museen oder Sehenswürdigkeiten. Und man bekommt gezeigt, welche Freunde schon am selben Ort waren oder darüber etwas geschrieben haben… Der Anfang wird in New York City gemacht, derzeit nur mit iOS-Geräten. In Zukunft wird das aber auch in anderen Städten gehen.

Klingt zwar ein bisschen spooky auf der einen Seite, weil man so noch nicht kennt, aber irgendwie ja auch praktisch, könnte es zumindest sein. Wieso also die Aufregung?

Richtig, viele User werden das durchaus praktisch finden und auch nutzen wollen. Dagegen ist auch nichts zu sagen, die Funktion lässt sich auch abschalten. Aber Datenschützern gefriert angesichts solcher Möglichkeiten und Entwicklungen das Blut in den Adern. Denn natürlich werden die User dadurch noch viel gläserner.

fb_placetips

Außerdem haben die Nutzer kaum Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen. Der aktuelle Fall beweist es ja: Friss-oder-Stirb-AGBs. Man kann sie akzeptieren – oder muss es lassen. Man kann aber nicht hingehen und sagen: Ich will nicht, dass ihr meine Ortsdaten verwendet. Oder ich will es nicht mehr. Oder ich will alle gespeicherten Daten diesbezüglich sehen oder löschen. Hier ist der einzelne machtlos, und das ist durchaus problematisch, auch wenn viele damit – gefühlt – vielleicht gar kein Problem haben.

Könnte man also wissen, wenn man die AGB genau liest. Apropos: Kann man denn diese AGBs und Richtlinien ernsthaft lesen?

Man kann, aber man muss sich eine Menge Zeit nehmen. Die neue Datenrichtlinie ist 21.000 Zeichen lang, rund 5 DIN-A4-Seiten. Die Cookie-Richtlinie alleine umfasst 22.000 Zeichen, ebenfalls 5 Seiten. Die AGBs sind mit 28.000 Zeichen noch länger, rund 7 Seiten eng bedrucktes Papier. Das liest sich natürlich niemand wirklich durch. Widersprechen geht sowieso nicht, schon gar nicht in Auszügen. Man stimmt zu, wenn man Facebook benutzt. Wenn man nicht zustimmen möchte, darf man Facebook nicht verwenden.




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