Wer nicht will, dass sein Smartphone den Standort verrät oder sogar vertrauliche Gespräche belauscht, der schaltet sein Gerät einfach ab. Normalerweise sollte das auch tatsächlich reichen. Doch jetzt gibt es eine Schad-Softwarw, die sogar im vermeintlich ausgeschaltetem Zustand Tonmitschnitte machen kann. Betroffen sind Android-Nutzer.

So etwas gab es bislang nur in Hollywood: Das Handy ist ausgeschaltet, fungiert aber – ferngesteuert! – trotzdem als Wanze. Eine neu entdeckte Schadsoftware für Android macht es möglich. Die Software simuliert ein ausgeschaltetes Gerät. In Wirklichkeit bleibt es eingeschaltet. Das genaue Prinzip erklären die Sicherheitsspezialisten von AVG: Die Schadsoftware verändert den Ausschaltprozess.

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Meint der Nutzer, er hätte sein Smartphone abgeschaltet – was viele User sowieso kaum machen -, kann es trotzdem weiter arbeiten. Angreifer können das Gerät zur Spionage verwenden, etwa um über das Mikrofon Gespräche zu belauschen. Sie können aber auch Anrufe tätigen oder SMS mitlesen. Das Display bleibt dunkel. Das Opfer hat keine Chance, davon etwas zu bemerken.

Doch kein Grund zur Panik: Die Schadsoftware verbreitet sich derzeit vor allem in China und das auch vergleichsweise langdam. Rund 10.000 Geräte könnten bislang infiziert sein, schätzen Experten. Damit das Schadprogramm aktiv werden kann, sind Root-Rechte erforderlich. Das ist auch für eine Schad-Software schwierig zu erlangen, es sei denn, der Nutzer vergibt diese Root-Rechte aktiv. Betroffen sind ältere Versionen von Android. Geräte mit Android 5.0 (Lollipop) soll die Schad-Software nichts anhaben können.