Große Onlinedienste sammeln im großen Stil Daten – Geheimdienste sowieso. Das wirft die Frage auf, wie man weniger Spuren im Netz hinterlässt, wie man es den Onlinediensten und Geheimdiensten nicht so leicht machen kann, wie man anonym im Netz unterwegs sein kann, wenn man das für richtig oder wichtig hält. Wie das geht, wie man sich und seine Identität schützt, erklärt dieser Artikel.

Wer im Netz unterwegs ist, der hinterlässt Spuren. Bei jeder angesteuerten Webseite. Die IP-Adresse zum Beispiel lässt Rückschlüsse darauf zu, wer man ist, wo man sich aufhält – und vieles mehr. Kombiniert man die gespeicherten Informationen, entstehen ganz leicht Profile. Beobachtet werden wir von Onlinediensten, Netzwerken, Geheimdiensten.

Wer sich gerne mal so richtig intensiv mit der Frage beschäftigen möchte, welche Daten da eigentlich gesammelt werden und wie Onlinedienste und Werbenetzwerke das machen, welche Tricks sie anwenden, dem empfehle ich einen Besuch des Online-Angebots „donottrack“.

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Online-Dokumentation Donottrack

Donottrack ist eine interaktive Dokumentation, die aus Kanada kommt. Wirklich hervorragend gemacht, vom Bayerischen Rundfunk und von Arte nach Deutschland geholt. Aber ausschließlich im Netz, unter www.donottack-doc.com. Hier kann man tief in die Thematik eintauchen. Bekommt genau erklären, wie man getrackt, ausgeschnüffelt wird.

Was mit an donottrack besonders gut gefällt: Das Ganze ist sogar interaktiv. Man schaut sich also nicht nur die erläuternden Kurzfilme an, die genau erklären, wie das mit dem Tracken funktioniert und welche Daten von uns mitgeschnitten werden, sondern man wird selbst auch mit einbezogen, mit eigenen Daten, aktuellen Informationen, wie hier. Das macht noch deutlicher, wie konkret die ansonsten abstrakte Bedrohung ist.

Es gibt verschiedene Methoden, die helfen können, weniger Daten preiszugeben – oder auch komplett mit Tarnkappe zu surfen.

Privatsphäre im Browser

Es ist zum Beispiel eine gute Idee, im Browser den Privatsphäre-Modus zu aktivieren. Wenn man das macht, erscheint ein neues Fenster. Cookies werden ignoriert, also keine Daten von früheren Surfsitzungen verraten. Das macht einen nicht unsichtbar – aber man ist ein bisschen verhüllt, diskreter im Web unterwegs.

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Tor-Browser

Eine andere Möglichkeit: Der Tor-Browser. Der Tor-Browser verschleiert die eigene IP-Adresse, indem über Zwischenstationen gesurft wird. So ist nur mit sehr hohem Aufwand möglich, die Herkunft nachzuweisen – oder zu verfolgen, dass man auf den Webseiten war. Der Tor-Browser ist kostenlos – und auch mit deutscher Benutzeroberfläche zu haben.

Ich würde den Tor-Browser nicht immer benutzen, da das Surftempo spürbar leidet. Die Webseiten bauen sich also nicht so schnell auf wie sonst. Dafür ist man aber sozusagen mit Tarnkappe unterwegs. Sollte man also dann machen, wenn einem die Anonymität wichtig ist. Der Tor-Browser und der Verschleierungsdienst Tor sind kostenlos.

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Virtual Private Network

In punkto Datensicherheit noch besser ist ein „Virtual Private Network“, kurz VPN genannt. Denn in einem VPN werden nicht nur die IP-Adressen verschleiert, sondern es werden auch alle Daten verschlüsselt. Egal was man im Netz macht: Alles wird verschlüsselt – und geht durch einen Tunnel, der nur schwer abgehört werden kann. Bei der NSA kann man heute nichts ausschließen, aber mit gewöhnlichen Mitteln sind solche VPN-Netzwerke kaum zu knacken.

VPN-Netzwerke helfen, die eigene Identität zu schützen, man wehrt aber auch Hacker in WLAN-Netzwerke ab. Und es ist einfacher, so ein VPN zu installieren, als es sich anhört.

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Webseiten werden über Umwege abgerufen. Es besteht keine direkte Verbindung zwischen Webseite und Benutzer. Eine spezielle Software erledigt alles. Egal, ob Passwörter, Dokumente oder auch nur Webadressen: Für andere bleibt alles unsichtbar. Sogar in einem offenen WLAN, etwa in einem Café, haben Datendiebe kaum eine Chance.

Den passenden Anbieter finden

Jeder kann ein VPN nutzen, um abhörsicher Daten auszutauschen oder anonym im Netz zu surfen. Einfach und bequem. Dazu braucht man allerdings einen VPN-Server, einen Anbieter, der den Tunnel herstellt und die Daten verschlüsselt. Verschiedene Dienste, in der Regel von IT-Sicherheitsfirmen bieten diesen Service gegen Gebühr an. Die Guten kosten zwischen 2 und 5 EUR im Monat.