Microsoft hat über die Jahre mehrfach seine OneDrive-Strategie angepasst – und die Nutzer spüren das deutlich. Was einst als großzügiges Angebot mit 15 GB kostenlosem Speicher startete, wurde auf 5 GB reduziert. Auch der unbegrenzte Speicher für Microsoft 365-Kunden gehört der Vergangenheit an. Heute zeigt sich: Cloud-Speicher ist ein umkämpfter Markt mit ständig wechselnden Konditionen.
Im ersten IBM-PC mit eingebauter Festplatte konnten Nutzer sagenhafte 10 MB Daten speichern. Das Nachfolgemodell IBM hatte eine 20-MB-Platte. Unvorstellbar heute, dass man damals damit ausgekommen ist. Heute verfügen selbst Smartphones mühelos über bis zu 1 TB Speicherplatz – rund 100.000 Mal so viel.
Doch damit nicht genug: Auch in der Cloud wird inflationär mit Speicherplatz geworben. Die Zeiten großzügiger Gratis-Angebote sind allerdings weitgehend vorbei. Microsoft reduzierte sein kostenloses OneDrive-Angebot von ursprünglich 15 GB auf heute 5 GB – und führte für Microsoft 365-Kunden eine 1-TB-Obergrenze ein.

OneDrive heute: Was ihr wirklich bekommt
Die aktuelle OneDrive-Landschaft sieht 2026 so aus: Kostenlose Nutzer erhalten 5 GB Speicher – genug für wichtige Dokumente, aber knapp für Fotos und Videos. Microsoft 365 Personal (6,99 Euro/Monat) bringt 1 TB OneDrive-Speicher mit, Microsoft 365 Family (9,99 Euro/Monat) sogar 6 TB für bis zu sechs Personen.
Der Grund für Microsofts Kehrtwende war simpel: Einzelne Nutzer speicherten extreme Datenmengen in der Cloud. Komplette 4K-Filmsammlungen, TB-weise Backups, ganze Serverarchive – bis zu 75 TB pro Account wurden dokumentiert. Das sprengte jede Kalkulation und machte das Geschäftsmodell unrentabel.
Die Konkurrenz schläft nicht
Während Microsoft straffer kalkuliert, haben sich andere Anbieter positioniert: Google Drive bietet weiterhin 15 GB kostenlos (geteilt zwischen Gmail, Drive und Fotos), Dropbox bleibt bei 2 GB gratis, dafür mit excellenter Sync-Technologie. Apple iCloud startet mit 5 GB kostenlos, wird aber schnell teuer.
Spannender sind neue Player wie pCloud oder MEGA, die mit verschlüsseltem Speicher und lebenslangen Angeboten locken. pCloud verkauft beispielsweise 500 GB oder 2 TB als Einmalzahlung – ohne monatliche Abo-Falle.
OneDrive-Features, die den Unterschied machen
Trotz reduziertem Gratis-Speicher punktet OneDrive 2026 mit cleveren Features: Die Integration in Windows ist nahtlos, Office-Dokumente lassen sich direkt im Browser bearbeiten, und die Versionierung rettet euch vor versehentlichen Änderungen.
Besonders praktisch: Der „Dateien bei Bedarf“-Modus. Dabei bleiben Dateien in der Cloud, erscheinen aber im Windows Explorer. Erst beim Öffnen werden sie heruntergeladen – das spart lokalen Speicherplatz.
Die Foto-KI erkennt mittlerweile Gesichter, Objekte und Orte automatisch. Sucht ihr nach „Hund“ oder „Berlin“, findet OneDrive passende Bilder in eurem Archiv. Das Teilen von Dateien funktioniert granular: Ihr bestimmt, wer nur anschauen, kommentieren oder bearbeiten darf.
Backup-Strategien für 2026
Für wichtige Daten solltet ihr nie nur auf einen Anbieter setzen. Die 3-2-1-Regel gilt weiterhin: Drei Kopien eurer Daten, auf zwei verschiedenen Medien, eine davon extern.
Cloud-Speicher eignet sich perfekt für aktuelle Arbeitsdateien und Fotos. Für große Archive lohnen sich externe Festplatten oder NAS-Systeme. Viele Nutzer kombinieren mehrere Cloud-Dienste: OneDrive für Office-Dokumente, Google Fotos für Bilder, Dropbox für geteilte Projekte.
Lohnt sich OneDrive noch?
Für Microsoft 365-Nutzer ist OneDrive praktisch alternativlos – die Integration ist zu gut. Wer nur Cloud-Speicher braucht, sollte vergleichen: 1 TB OneDrive kostet standalone 7 Euro monatlich, Google One bietet 2 TB für 9,99 Euro.
Die kostenlosen 5 GB reichen für Gelegenheitsnutzer, die hauptsächlich Dokumente synchronisieren. Foto-Enthusiasten stoßen schnell an Grenzen – ein aktuelles Smartphone-Foto belegt 3-5 MB, 4K-Videos noch deutlich mehr.
Fazit: Realistische Erwartungen
Microsofts OneDrive-Kürzungen spiegeln die Marktentwicklung wider: Kostenlose Cloud-Speicher bleiben Lockmittel, die echte Nutzung kostet Geld. Das ist fair – Server, Strom und Wartung kosten schließlich auch Geld.
Für die meisten Nutzer sind 1 TB völlig ausreichend. Wer mehr braucht, sollte überdenken, ob wirklich alles in die Cloud muss. Oft reicht es, nur aktuelle Projekte online zu halten und Archivdaten lokal zu speichern.
Zuletzt aktualisiert am 12.04.2026
