Viele Provider stellen ihren Kunden nicht einfach nur einen Router zur Verfügung (was nett wäre), sondern zwingen sie, genau diesen Router zu benutzen. Obwohl technisch nichts dagegen spricht einen anderen Router zu verwenden, erlauben sie es nicht. Klar, warum: So behalten sie die vollständige Kontrolle über den Anschluss. Doch dieser Router-Zwang ist jetzt nicht mehr zulässig.

Wer so einen Zwangs-Router zu Hause stehen hat, kennt das Problem. In der Regel dürfen die Kunden noch nicht einmal Firmware-Updates machen. Das erledigt alles der Provider, zentral gesteuert. Wenn also ein Kunde Sicherheitsbedenken hat oder einen anderen Router bevorzugt, etwa weil der mit komfortablerer Software ausgestattet ist, so kann er ihn nicht verwenden. Jedenfalls nicht anstellt des Zwangs-Routers.

Router-Zwang bringt  Vorteile für die Provider

Das wäre so, als wenn ein Mobilfunkanbieter einen Kunden zwingt, nur mit dem zur Verfügung gestellten Telefon zu telefonieren. Das erinnert doch arg an alte Zeiten, denn bei der Bundespost war das anfangs so: Telefonapparate kamen nur von der Post und durften nicht ersetzt werden. Das war strafbar.

Heute sind wir doch etwas weiter. Da sollten Unternehmen nicht auf den Gedanken kommen, ihre Kunden zu irgend etwas zu zwingen, nur damit es das Unternehmen leichter hat.

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Demnächst freie Auswahl

Alles keine neuen Argumente. Aber offensichtlich überzeugend, denn die Bundesregierung hat beschlossen, den Gesetzentwurf mit dem Aus für den Routerzwang unverändert in den Bundestag zu bringen, wo er am Donnerstag (05.11.2015) auch verabeschiedet werden.

Das Gesetz zur Auswahl und zum Anschluss von Telekommunikationsendgeräten klärt eindeutig: Die Anschlussdose in der Wand gilt als so genannter Netzabschlusspunkt. Was dahinter kommt, ist Sache des Kunden. Provider sind dann verpflichtet, ihren Kunden den Einsatz beliebiger Router zu gestatten. Außerdem müssen sie den Kunden die Zugangsdaten zu ihrem Netz mitzuteilen, damit sie ihre eigene Hardware konfigurieren können.

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Das sind ausgesprochen gute Nachrichten für DSL-Kunden. Freie Wahl ist immer gut. Natürlich können die Provider auch weiterhin Geräte anbieten, aber die dürfrn niemanden mehr zwingen, ein bestimmtes Gerät zu benutzen. Das Gesetz wird frühestens 2016 in Kraft trete. Doch die Anbieter können sich schon mal darauf vorbereiten: Sie müssen ihren Kunden die Zugangsdaten verraten und können sie künftig weniger stark kontrollieren und bevormunden.