Passwörter sind auch nicht das, was sie mal waren: Sie werden ständig geknackt und noch öfter geklaut. Deswegen verwenden immer mehr Menschen bio-metrische Verfahren, um sich zu identifizieren. Beispiels weise per Finger-Abdruck: Der Hersteller Synaptics hat jetzt ein kleines Modul vorgestellt, mit dem sich viele Rechner und Mobil-Geräte bequem um einen Finger-Abdruck-Sensor erweitern lassen.

Wer erst mal eine paar Erfahrungen mit einem Finger-Abdruck-Sensor gemacht hat, will diese bequeme Methode der Authentifizierung nicht missen. Deshalb sind immer mehr Mobil-Geräte und auch einige Luxus-Note-Books heute serienmäßig mit so einem Sensor ausgerüstet.

Aber funktioniert das auch? Anfangs war unter den Usern die Skepsis groß, denn die weniger hochwertigen Sensoren lassen sich überlisten. Wer den Finger-Abdruck seines Opfers kopiert und geschickt auf Folie zieht, kann so einen Sensor über rumpeln. Bei hochwertigen Sensoren geht das hingegen nicht.

Mittlerweile ist jedoch klar: Passwörter sind noch deutlich unsicherer, vor allem die simpel gestrickten Passwörter. Deswegen nimmt die Bereitschaft zu, einen Finger-Abdruck-Sensor zu benutzen, um sich schnell und ausreichend sicher zu authentifizieren.

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Fingr-Abdruck-Sensor im iPhone

Einfach auf den USB-Anschluss stecken

Aber was tun, wenn man sich gerne mit Finger-Abdruck ausweisen möchte, das verwendete Gerät aber über keinen Sensor verfügt? Für solche Fälle gibt es jetzt eine Lösung: Der auf bio-metrische Geräte spezialisierte Hersteller Synaptics hat gleich mehrere kompakte Modelle vorgestellt, die man als Nachrüst-Bau-Satz bezeichnen kann. Der Sensor lässt sich auf einen vorhandenen USB-Anschluss stecken. So kann man auf so ziemlich jedem Gerät die Passwort-Eingabe durch simples Einlesen des Finger-Abdrucks ersetzen.

Zumindest bei Geräten, die über einen USB-Anschluss verfügen. Synaptics hat den Sensor möglichst kompakt gebaut, damit er am Gerät verbleiben kann. Selbst das Einstecken des Geräts mit angepflanten Sensor in die Schutz-Hülle soll in aller Regel kein Problem sein. Einige Modelle bieten einen anderen Winkel für den Sensor als andere, damit man für jeden Zweck das passende Modell findet. Verfügbar sein sollen die Sensoren zum Nachrüsten allerdings erst im vierten Quartal dieses Jahres, insbesondere für Mobil-Geräte.

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Einfach auf den USB-Anschluss stecken

Da der Sensor Fido-zertifiziert (Fast Identity Online) ist, kann man sicher sein, dass viele Programme, Apps und Online-Dienste damit klar kommen. Fido ist ein weithin akzeptierter Standard, der von den meisten Authentifizierungs-Programmen unterstützt wird. Windows 10 unterstützt serienmäßig Fido 2.0. Das bedeutet: Wer so einen externen Sensor an einem Windows-10-Rechner anschließt, kann ohne die Installation weiterer Software mühelos alle Passwort-Eingaben durch Finger-Abdruck ersetzen.

Mir gefällt die Idee, ein Modul zum Nachrüsten anzubieten. Auf diese Weise lassen sich nicht nur bereits verkaufte Geräte mit einem Sensor nachrüsten, sondern durchaus auch neue Geräte, die über keinen eingebauten Sensor verfügen, aber optional eine bio-metrische Absicherung anbieten wollen. An die Authentifizierung durch Finger-Abdruck werden wir uns gewöhnen müssen – oder dürfen, je nach Blick-Winkel. Ich nutze diese Art der Authentifizierung jedenfalls sehr gerne.