In den USA ist das Spiel seit einer Woche auf den Markt, bei uns in Deutschland ist es heute gestartet – aber schon seit Tagen DER Hit bei Smartphone-Usern. Die Rede ist von Pokémon Go. Eine Art virtueller Schnitzeljagd mit dem Handy in der Hand.

Wenn Sie Menschen auf der Straße sehen, die auf ihr Display schauen und nach irgend etwas zu suchen scheinen, dann spielen sie wohl gerade Pokémon Go. Aber was genau steckt dahinter?

Wie funktioniert dieses Spiel eigentlich?

Pokémon GO setzt auf Augmented Reality. Das bedeutet: Echte Welt und virtuelle Welt verschmelzen miteinander. Man nimmt sich sein Handy und schaut sich um, auf dem Display erscheint – als ob man fotografieren würde – die aktuelle Umgebung.

Aber in das Bild werden virtuelle Gegenstände reingeblendet. In diesem Fall sind es Pokémons, kleine Game-Monster, die sich hinter einem Stein, auf der Straße, über einem Gullideckel verstecken können. Diese Pokémon, die überall sein können, jagt man – und man versucht, sie einzufangen.

Man kann das Spiel also nicht zu Hause spielen, man muss schon raus. Dann gibt es noch Nützliches wie Pokémon-Bälle, die findet man vor allem an Denkmälern oder Sehenswürdigkeiten. Man muss gut suchen.

Pokemon Go

Aber was macht den Reiz aus, wieso spielen es so viele?

Da kommen ein paar Dinge zusammen. Zum einen mögen vor allem junge Menschen Games, die auf dem Smartphone laufen, die man zwischendurch immer mal spielen kann. Dann spielt man das Spiel nicht alleine, sondern mit und gegen Freunde und Fremde. Außerdem kommt der Sammeltrieb ins Spiel: Hat man erst mal ein paar Pokémon gefangen, gibt man sich damit nicht mehr zufrieden. Man will möglichst viele – und auch ausgefallene Pokémon haben. Außerdem passiert eine Menge.

Wer zum Beispiel ein Ei findet, muss damit erst einige Kilometer herumlaufen, damit ein Pokémon ausschlüpft. Es gibt kein Ende des Spiels, kein direktes Ziel, man kann es beliebig oft, beliebig lange und beliebig intensiv spielen. Außerdem machen so viele mit – und man kann seine Pokémons aufpeppeln und in Arenen gegen andere Pokémons antreten lassen. Kurz: Es gibt jede Menge Spaß und Zeitvertreib.

Pokemon Go

Nun ist das Game ja durchaus auch schon in die Kritik geraten, wegen der Daten, die erhoben werden. Was steckt dahinter? Kann man das Spiel eigentlich spielen?

Das Game kommt von Niantic Inc., einer Tochterfirma von Google. Die haben auch schon das beliebte Augmented Reality Game Ingress gemacht. Mit Pokémon Go haben sie jetzt aber einen riesen Hit gelandet. Schon 20% der Android-Smartphones in den USA sollen das Game installiert haben. In der Tat fragt die App einige Daten ab, vor allem den Standort, anders geht so ein Spiel gar nicht. Das erlaubt dem Betreiber, Bewegungsprofile anzufertigen.

Da man ständig mit dem Game-Betreiber in Kontakt steht, sehr detaillierte. Dann werden auch die Kontakte abgefragt – damit man sich mit seinen Freunden vernetzen kann. Diese Daten sind also für den Game-Betrieb wirklich nötig. Man muss dem Betreiber aber vertrauen, sonst hat es keinen Sinn.

 

Irgendwelche Risiken?

Das größere reale Risiko, das ich sehe, ist: Spieler starren die ganze Zeit auf ihr Display, auf der Suche nach versteckten Monstern. Das lenkt sie von der echten Welt ab – da hat man auch schon mal schnell ein Auto, ein Rad, einen anderen Fußgänger übersehen. Verletzungsgefahr.

Ich will kein Spielverderber sein, aber das sollte man beachten. Außerdem ist der Akku des Smartphones schnell leergesagt. Jetzt schläge die Stunde der Powerbank-Anbieter, also der Ersatz- und Zusatz-Akkus.

Außerdem befinden sich manche Poké-Stops – das sind die Plätze, wo man Arenen für einen Kampf zwischen den Monstern findet, und nur dort können sie gegeneinander antreten – mitunter an entlegenen Orten. Die sollte man nicht nachts oder alleine aufsuchen.